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Göttingen Mehr Luchse sollen in Deutschland heimisch werden
Campus Göttingen Mehr Luchse sollen in Deutschland heimisch werden
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07:30 28.05.2020
Zwei Luchse sitzen im Wildpark Alte Fasanerie. Quelle: dpa
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Göttingen

Mit Hilfe einer Computersimulation wollen Wissenschaftler der Universität Göttingen und Thüringer Naturschützer die Ausbreitung des Luchses in Mitteldeutschland befördern. Gemeinsam mit Forschern der Universität Freiburg sollen dabei die Ursachen für die zögerliche Ausbreitung der größten Raubkatze Europas erforscht werden, teilte der Bund für Umwelt und Naturschutz (Bun) am Mittwoch mit. Dabei arbeite man eng mit der Landesforstanstalt ThüringenForst sowie privaten Waldbesitzern und Jägern zusammen. Das Thüringer Umweltministerium fördere das Projekt mit 45000 Euro.

Luchse nur in drei isolierten Gebieten

Der Luchs gehöre zu den deutschen Wäldern wie Wildschwein und Reh. „Einst großflächig verbreitet, kommen die Tiere heute in Deutschland nur in drei isolierten Gebieten vor: dem Harz, dem Bayerischen Wald und dem Pfälzerwald“, erklärte Burkhard Vogel, der Geschäftsführer des Bund Thüringen. Ein Austausch von Tieren zwischen diesen Populationen finde derzeit nicht statt. „In unserem neuen Projekt wollen wir die Ursachen dafür identifizieren sowie Wege finden, wie wir die Ausbreitung des Luchses in Mitteldeutschland in Zukunft unterstützen können“, fügte er hinzu.

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Laut Thüringer Umweltministerium konnten im vergangenen Jahr mindestens vier Luchse im Norden des Landes nachgewiesen werden. Um mehr über die scheuen Tiere zu erfahren und ihre Wiederansiedelung unterstützen zu können, werde das Ausbreitungsmodell und ein umfassendes Fotofallen-Monitoring benötigt. Ein großes Hindernis für die Ausbreitung des Luchses ist aus Sicht des Bund vor allem der Straßentod vieler Tiere. Im Bayerischen Wald kämen illegale Tötungen hinzu.

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Von Peter Krüger-Lenz

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