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Göttingen 980000 Euro für Forschung über Herkunft von Gebeinen
Campus Göttingen 980000 Euro für Forschung über Herkunft von Gebeinen
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18:17 11.02.2020
Schädel in einer Göttinger Sammlung. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Woher kommen die menschlichen Knochen und Schädel, die Teil akademischer Sammlungen sind? Nach den Museen hat diese Frage jetzt auch die Hochschulen erreicht. Die Universität Göttingen arbeitet die Geschichte ihrer Bestände nun auf. Die Volkswagenstiftung unterstützt das Forschungsprojekt „Sensible Provenienzen. Menschliche Überreste aus kolonialen Kontexten in den Sammlungen der Universität Göttingen“ drei Jahre lang mit insgesamt 980 000 Euro.

200 Schädel außereuropäischer Herkunft

Eine Vielzahl menschlicher Schädel und Skelette sind Teil der Anthropologischen Sammlung und der Blumenbachschen Schädelsammlung. Die Sammlung der Anthropologie umfasse nach Angaben der Volkswagenstiftung etwa 1000 Schädel und Schädelfragmente, die Schädelsammlung 840 Schädel und Abgüsse. Davon seien etwa 200 außereuropäischer Herkunft. Nun soll in einem Forschungsprojekt am Forum Wissen geklärt werden, ob diese rechtmäßig erworben wurden, aus ehemaligen Kolonien stammen und wie mit ihnen umzugehen ist.

Das Projekt bezieht Vertreter und Nachwuchswissenschaftler der Herkunftsgesellschaften ausdrücklich mit ein – das könne zum Beispiel ein Wissenschaftler aus Ozeanien sein, sagt die Direktorin der Zentralen Kustodie, Dr. Marie Luisa Allemeyer. Die Zentrale Kustodie der Universität Göttingen fördert die Nutzung akademischer Sammlungen. „Indem wir diese zu einem möglichst frühen Zeitpunkt einbinden, können wir eine Diskussionsplattform eröffnen sowie Ziele und Methoden des Forschungsvorhabens gemeinsam festlegen“, erläutert Allemeyer. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Entscheidung, wie zukünftig mit den Gebeinen umgegangen wird.

Umgang mit menschlichen Überresten

Das Projekt soll nicht nur die historischen Aspekte beleuchten. Ziel ist es außerdem zu reflektieren, wie aktuell mit menschlichen Überresten umgegangen wird und zu beobachten, wie sich die Forschung auf Göttinger und ausländische Beteiligte auswirkt. Zudem sollen Perspektiven ausgearbeitet werden. An dem interdisziplinären Projekt wirken neben der Zentralen Kustodie, das Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, das Institut für Kulturanthropologie/ Europäische Ethnologie, das Institut für Historische Anthropologie und Humanökologie und das Zentrum Anatomie/ Blumenbachsche Schädelsammlung mit.

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