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Göttingen Forschungsprojekt über Flüchtlinge
Campus Göttingen Forschungsprojekt über Flüchtlinge
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13:18 16.01.2018
Flüchtlinge warten in einer Erstaufnahmestelle. Quelle: dpa
Göttingen

Zudem gehe es um die Auswirkungen dieser Politik auf die Zivilgesellschaften und auf Geflüchtete.

Die Forschung im Rahmen des EU-Projekts „Respond: Multilevel Governance of Mass Migration in Europe and Beyond“ beschäftigt sich mit Steuerungsebenen von Grenzmanagement, Aufnahme- und Integrationsstrategien. An dem Projekt sind 14 in- und außereuropäische Forschungseinrichtungen sowie zwei Menschenrechtsorganisationen beteiligt, heißt es in einer Mitteilung der Universität. Die Göttinger sind mit Prof. Sabine Hess vom Institut für Kulturanthropologie / Europäische Ethnologie und Prof. Alexander-Kenneth Nagel vom Institut für Soziologie vertreten. Die Europäische Kommission bewilligte das Projekt mit rund 3,3 Millionen Euro, von denen ab Dezember 2017 in den kommenden drei Jahren rund 470000 Euro nach Göttingen fließen sollen.

„Orientiert an einer menschenrechtlichen Migrationspolitik erforscht das Projekt „Respond“, wie die Europäische Union und ihre Mitgliedsländer versuchen, die Bewegungen der Migration zu steuern und zu regulieren, und welche Auswirkungen dies auf Zivilgesellschaften und auf Fluchtmigrantinnen und -migranten hat“, erklärte eine Sprecherin der Universität am Dienstag. Erstmals würden dabei drei verschiedene Ebenen des gesellschaftlichen Handelns und Erlebens untersucht: „Die Makro-Ebene der Politikformulierung und -gestaltung in europäischer und nationalstaatlicher Hinsicht, die Meso-Ebene, in der es um das Handeln von Nichtregierungsorganisationen und zivilgesellschaftlichen Akteuren auf lokaler Ebene geht, sowie die Mikroebene, die das Leben der Fluchtmigrantinnen und -migranten in den Blick nimmt.“

„Dieses umfassende Verständnis kennzeichnet den grundlegenden Forschungsansatz, der charakterisiert ist von einem breiten Einbezug von politischen Akteuren bis hin zu zivilgesellschaftlichen Gruppen und MigrantInnenorganisationen“, erklärt Hess. Außer Interviews und teilnehmender Beobachtung sollen „Migration Governance Networks“ auf nationaler und lokaler Ebene die verschiedenen beteiligten Akteure direkt in einen Austausch mit der Forschung und Wissenschaft bringen. Die Projektpartner stammen aus Ländern, durch die die Fluchtroute aus dem Mittleren Osten über den Balkan bis nach Nordeuropa führt (Irak, Libanon, Türkei, Griechenland, Polen, Österreich, Deutschland).

Von Nadine Eckermann, mit epd