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Göttingen Café mit Walskelett im Göttinger Forum Wissen
Campus Göttingen Café mit Walskelett im Göttinger Forum Wissen
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00:26 22.06.2019
Baustelle Forum Wissen: In zwei Jahren soll das moderne Museum eröffnen. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Göttingen. 13 Räume mit unterschiedlichen Themen und Konzepten sind für das Forum Wissen in der alten Zoologie geplant. Derzeit wird dort gebaut. Unter anderem werden die alten Raumstrukturen wieder hergestellt. Auf 5000 Quadratmetern entstehen zudem ein Anbau mit Glasfront für ein Café und ein barrierefreier Eingang.

Das neue Forum Wissen entsteht

Am Dienstagabend schauten sich Mitglieder des Fördervereins Forum Wissen gemeinsam mit Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel und Kustodie-Chefin Marie Luisa Allemeyer die Baustelle an. Allemeyer begrüßte die Gäste auf der Treppe an der Berliner Straße. Um das Eingangsportal des 1877 errichteten Gebäudes war zuvor ein Streit entbrannt. Die Durchschneidung der Treppe mit einer Rampe in der Mitte hat für Kritik gesorgt. „Die Treppe wird wie geplant eingeschnitten” sagte Sonja Kastrup vom Baumanagement der Universität. Grund für den Einschnitt ist, dass der Zugang zum Forum Wissen künftig barrierefrei sein wird. Peter Aufgebauer, Vorsitzender des Geschichtsvereins für Göttingen und Umgebung hatte zuvor diese Pläne als „massiven Eingriff in das Aussehen eines denkmalgeschützten Hauses“ kritisiert.

Staub und nackte Wände sind bald Geschichte

Nicht nur die Fassade, auch das Innere des Gebäudes, in dem zuvor das Zoologischen Institut der Uni untergebracht war, ist derzeit eine Baustelle. „Ich versuche, mir all diese Bilder einzuprägen”, sagte Allemeyer. Denn in zwei Jahren, wenn das Forum Wissen eröffnet wird, dann werde „nichts mehr daran erinnern”, so die Direktorin der zentralen Kustodie der Universität. Offene Lücken im Dach, frei gelegte Deckenbalken, zentimeterdicker Staub, nackte Wände, aufgerissene Fußböden: Solche Bilder wird es dann nicht mehr geben.

Von den kleinen Räumen und Büros, die die Zoologen in den vergangenen Jahren genutzt hatten, ist kaum noch etwas zu sehen. Decken und Wände wurden und werden herausgerissen. „Wir wollen die alte Raumstruktur des Museums wieder herstellen”, so Kastrup. Das Gebäude wurde 1877 bereits als Naturhistorisches Museum eröffnet und erst später zu einem Institut und Zoologischen Museum umgebaut. Zwischen Schotter, Staub und Balken ist bereits zu erkennen, wie groß, hell und hoch die künftigen Ausstellungsräume werden.

Museumscafé mit Walskelett

Im Hochparterre angekommen gelangen die Besucher später einmal vom Treppenhaus aus nach rechts in den Eingangsbereich mit „Kasse und Co”, so Kastrup. Auf dieser Ebene wird auch der Anbau an der Rückseite gebaut, der später ein Café und den Museumsshop beherbergen soll. Das Café bekommt eine Glasfront und eine ganz besondere Ausstattung: das riesigen Walskelett, das gerade frisch aufgearbeitet wird. Ein Stockwerk höher – das Treppenhaus bleibt erhalten und wird saniert – wird das Forum Wissen entstehen, darüber werden Räume für die Zoologie umgebaut.

Der Wal der Zologie soll künftig im Café hängen Quelle: r

„Wir planen 13 Räume für das Forum Wissen“, erklärt Allemeyer. Die Ausstellung wird nicht nach Fächern oder nach Chronologie sortiert, sondern nach Räumen. „Es geht um den Prozess des Wissenschaffens“, so die Kustodin. So erwartet die Besucher künftig zuerst ein „Museumsraum“. Die Universität besitzt mehr als 35 Sammlungen und zahlreiche Untersammlungen. „Wir haben historische Schränke und Vitrinen in den Instituten organisiert, dieser Raum wird ziemlich voll und historisch“, sagt Allemeyer. Im nächsten Raum dann folgt das Kontrastprogramm – „Labor“. Dort werde „sehr modern“ unter anderem mit Rauminstallationen gearbeitet.

„Das wird ein Besuchermagnet“

„Ich freue mich schon auf die Eröffnung, bitte beeilen sie sich“, sagt Heidemarie Faber vom Förderverein lachend zu Beisiegel und Allemeyer. Auch Volker Wiegandt stimmt ihr zu. „Das Gebäude war einmal ein Museum und wird wieder ein Museum, das wird ein Besuchermagnet“, sagt er.

Forum Wissen: Container auf dem Campus

Um das Forum Wissen in Göttingen für alle sichtbar zu machen, gibt es nun auf dem Zentralcampus einen begehbaren Präsentations-Container. Besucher können sich dort über das Projekt der Universität Göttingen informieren und mit Mitarbeitern ins Gespräch kommen.

Den Container stellt die Die EBR-Gesellschaft, die den Sparkassen- und Hotelneubau entwickelt hat, zur Verfügung. Der Container wird an verschiedenen Plätzen Göttingens aufgestellt – ab August zum Beispiel auf dem Gelände des Hochschulsports und ab Mitte September auf dem Vorplatz des Göttinger Bahnhofs. Modelle vom Forum Wissen, Objekte aus den Sammlungen und Informationen geben in dem Container einen Einblick in den aktuellen Stand des Museumsprojektes. Studierende stehen darüber hinaus montags und freitags von 12 bis 14 Uhr als Ansprechpartner zur Verfügung. Ab dem 1. Juli ist der Container dann täglich zur Mittagszeit geöffnet. Die um den Container herum aufgestellten Hofmöbel aus dem Wiener Museumsquartier sollen zum Verweilen einladen.

 

Von Britta Bielefeld

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