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Göttingen Fotoausstellung „Lernräume“ in Göttinger Unibibliothek
Campus Göttingen Fotoausstellung „Lernräume“ in Göttinger Unibibliothek
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20:32 18.12.2017
Fotoausstellung „Lernräume“ – mit den Initiatoren Kevin Kessing, Petja Ivanova und Vincent Ruppel (v.l.). Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Sie bieten nur wenige Quadratmeter Platz: Ein Tisch, ein Stuhl, zwei Regale - mehr gibt es eigentlich nicht in den Arbeitskabinen, die die Göttinger Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) Studenten zur längeren Nutzung anbietet. Eigentlich. Denn viele, die über Wochen oder Monate fast täglich in ihrer Kammer arbeiten, richten sich fast häuslich ein: mit Blümchen, einem Poster an der Wand, TeeRegal, PC-Monitor und Wolldecke. 21 dieser unterschiedlichen Lebensräume habe Petja Ivanova (31), Vincent Ruppel (24) und Kevin Kessing (22) mit einem Fotoapparat eingefangen und in ihrer Ausstellung zusammengefasst.

„Jede Kammer hat etwas ganz persönliches und individuelles, jede ist anders“, hatte Ivanova beobachtet, bevor die angehende Juristen die Idee für das Fotoprojekt hatte. Im September besuchten das Trio die Studierenden in den SUB-Lernkabinen „und es war überraschend einfach, sie für das Projekt zu begeistern“, erinnert sich Ruppel. Der Student für Geschichte und Politik ist Mitglied in der Foto-AG der Uni, ebenso wie Physikstudent Kessing.

Studenten können die Lernkabinen und Bücher-Rollwagen für einen längeren Zeitraum mieten, wenn sie an einem größeren Projekt arbeiten. „Da sitzen manche schon mal über Monate in der Kammer“, so Ruppel. Das Trio wollte die Kabinen-Nutzer aber nicht nur schlicht am Schreibtisch sitzend fotografieren, sie sollten sich bei den Foto-Shootings „präsentieren“ und für ein lebhaftes Foto in Szene setzen.

Entstanden sind so 21 großformatige Bilder voller Leben, die gelegentlich einem Porträt sehr nahe kommen: Das springt ein Student gerade von Schreibtisch herunter, nachdem er seinen Rucksack ganz oben im Regal abgelegt hat - ein bewegter Schnappschuss. Da sitzt eine Studentin in eine Wolldecke gehüllt zwischen ihren Büchern lesend auf dem Fußboden. Da liegt zwischen Ordnern, Büchern und Laptop ein aufgeschlagenes Asterix-Heft.

Manche Bilder sind voller Details, die den Betrachter fesseln, andere zeigen eine fast erdrückende Lern-Tristess. Sie alle geben tiefe Einblicke in das Kabinenleben der Nutzer und erzählen Geschichten. Dabei bleiben sie dennoch anonym. Bewusste haben die Initiatoren auf Namen und andere persönliche Hinweise verzichtet.

Für die Fotoshootings haben die Fotografen eine hochauflösende Nikon D800 verwendet und auf Blitzlicht verzichtet - ein Herausforderung, weil der Blick immer von der Tür aus in die Kammer hinein gegen das Fensterlicht geht. Das Projekt sei von der AKB-Stiftung prämiert und finanziert worden, bestätigte Ivanova. Die Stiftung der Familie Carl-Ernst Büchting fördert regionale Projekte auch im Bereich Kultur. Zu sehen ist die Ausstellung „Lernräume“ bis etwa Ende März in der Caféteria der SUB im Treppenhaus Turm.

Von Ulrich Schubert

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