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Göttingen Freie Wahl für viereinhalb Kunden pro Minute
Campus Göttingen Freie Wahl für viereinhalb Kunden pro Minute
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18:39 16.09.2009
Grill- und Wokstation: Ab nächster Woche bereiten die Köche hier Speisen zu.
Grill- und Wokstation: Ab nächster Woche bereiten die Köche hier Speisen zu. Quelle: Theodoro da Silva
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„Wir schreiben dem Kunden nicht mehr vor, was er zu essen hat“, sagt Prof. Jörg Magull, Geschäftsführer des Göttinger Studentenwerks. Statt der Menüs und Essensmarken bieten jetzt über 20 Ausgabestellen reiche Auswahl an Hauptgerichten, Beilagen und Desserts. Vegetarisches, Grill- und Wokgerichte sowie eine in der Größe vervierfachte Salatbar vervollständigen das Angebot. Vorbei an acht Kassen, davon eine dauerhaft für Barzahlung eingerichtet, geht es dann in die Speisesäle.
Die Mensakunden können nach dem Umbau durch Fenster in den Küchenbereich sehen, an einigen Stationen wird das Essen vor den Augen der Gäste zubereitet. Diese neue Situation sei „für die Köche ungewohnt“, sagt Magull. Doch das neue System sorge für Umwälzungen in allen Bereichen. Das gesamte Personal, jetzt mit engerem Kontakt zum Kunden an Ausgabe und Kasse, wurde serviceorientiert geschult.

Zusätzlich zum neuen System hat das Studentenwerk sein Angebot erweitert. Ein WLAN-Netz ermöglicht den Zugang ins Internet. Die Öffnungszeiten verlängern sich montags bis donnerstags bis 20 Uhr. Ab 14.15 Uhr, wenn einige Ausgaben schließen, werden übrige Portionen günstiger verkauft. Danach wird umgestellt auf ein zusätzliches Nachmittagsangebot.

Umbau dringend nötig

Dadurch soll auch der Besucheransturm zu den mittäglichen Stoßzeiten entzerrt werden. Denn: Ob das offene System die Wartezeiten verkürzt, ist noch nicht klar. „Viereinhalb Kunden pro Minute sind unser Anspruch“, so Jörg Magull. Doch ob die Kassen das schaffen, wird sich erst ab Montag zeigen. Was das Küchenteam leisten kann, stellt es am Freitag unter Beweis: Am Abend wird die Sanierung der Zentralmensa gefeiert und unter anderem von Wissenschaftsminister Lutz Stratmann und dem Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde, gewürdigt.
Der Umbau der Zentralmensa war dringend nötig: Nicht nur, weil Teile der Küchentechnik seit der Eröffnung 1973 in Betrieb waren. Auch schärferen Brandschutzauflagen wurde man jetzt gerecht. Der Antrag beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover wurde 2005 bewilligt – mit der Auflage, einen Kostenrahmen von 16,5 Millionen Euro nicht zu überschreiten. Ob das gelingen konnte, ist allerdings noch unsicher. Bei Festlegung habe noch der alte Mehrwertsteuersatz gegolten, erklärt Magull. Die genauen Kosten stehen daher noch nicht fest.

Breiteres Kulturprogramm

Die Renovierung des Mensafoyers wird sich noch bis zum Semesterbeginn im Oktober hinziehen. Die vom Studentenwerk aus Bauerhaltungsrückstellungen selbst finanzierten Maßnahmen sollen den Eingangsbereich auch als Aufenthaltsraum attraktiv machen. Mit verbesserter Akustik und neuer Beleuchtungsanlage soll das Studentenwerk auch sein Veranstaltungsprogramm erweitern. Magull: „Wir wollen besser sein als vorher“.

Von Helge Dickau

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