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Göttingen Frischer Wind im DLR-Windkanal
Campus Göttingen Frischer Wind im DLR-Windkanal
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18:57 15.09.2009
Vor einem Flugzeugmodell, das im TWG getestet wird: Dr. Karl-Wilhelm Bock, Leiter der Göttinger Windkanäle, Prof. Eitelberg von DNW und Dietmar Smyrek, Leiter des DLR-Göttingen (v.l.).
Vor einem Flugzeugmodell, das im TWG getestet wird: Dr. Karl-Wilhelm Bock, Leiter der Göttinger Windkanäle, Prof. Eitelberg von DNW und Dietmar Smyrek, Leiter des DLR-Göttingen (v.l.). Quelle: Mischke
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Die 50 Meter lange und 12 Meter hohe Anlage, die 1963 errichtet wurde und einen Wert von 45 Millionen Euro hat, ist der größte Windkanal am DLR-Standort in Göttingen. Betrieben wird sie von der Stiftung Deutsch-Niederländische Windkanäle (DNW), einer Tochter der DLR und des Niederländischen Luft- und Raumfahrtlabors.
Durch die Modernisierung hätten sich die Forschungsmöglichkeiten deutlich verbessert, sagte der Direktor der Deutsch-Niederländischen Windkanäle, Prof. Georg Eitelberg. So sei es jetzt sehr viel leichter möglich, Messungen für Versuchsmodifizierungen kurzfristig zu stoppen und neu zu starten. In dem Windkanal kann simuliert werden, wie sich Flugzeuge nahe der Schallgeschwindigkeit im so genannten transsonischen Bereich und darüber hinaus bei bis zu mehr als zweifacher Schallgeschwindigkeit verhalten. „Für diesen Geschwindigkeitsbereich ist der Göttinger Windkanal die wichtigste Anlage in Deutschland“, sagte Eitelberg. Unter anderem wurde dort die Aerodynamik des Eurofighter sowie des Militärtransporters Airbus A400M untersucht.

Strömung sichtbar gemacht

Die Tests werden an maßstabsgetreuen Modellen vorgenommen. Ähnlich wie bei einem Ventilator wird durch Gebläse eine Luftströmung erzeugt, die dann durch die Messstrecke geleitet wird. Um den Luftstrom auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigen zu können, ist ein hoher Energieaufwand von bis zu 15 Megawatt nötig. Mit Hilfe modernster Messtechnik kann die Strömung sichtbar gemacht und vermessen werden.
Hauptnutzer des Windkanals ist das DLR selbst, das damit wichtige Grundlagenforschung betreibt. Unter anderem untersuchen die Forscher neuartige Steuerungssysteme und gehen der Frage nach, wie sich der Strömungslärm in Passagierflugzeugen oder der Einfluss von Böen und Turbulenzen reduzieren lässt.
Auch zahlreiche Firmen der Luft- und Raumfahrtindustrie geben hier Messungen in Auftrag, um beispielsweise wieder verwendbare Raumfahrzeuge, elastische Tragflügel für Transportflugzeuge oder leise Hubschrauberrotoren zu testen. Das DLR nimmt mit diesen Auftragsmessungen im Transsonischen Windkanal jährlich mehr als 2,5 Millionen Euro ein.

Von Heidi Niemann

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