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Göttingen Gebrauchsanweisung für den Glauben
Campus Göttingen Gebrauchsanweisung für den Glauben
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17:49 08.07.2018
Peter-Paul König, Florian Wilk und Eva Jain gestalteten die Predigt als Diskussion. Quelle: Vera Wölk
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Göttingen

Sie diskutierten in der Predigt, die sie als Trialog ausgearbeitet hatten, die Frage „Verstehst du auch, was du da liest?“. Sie bezogen sich mit ihrer Predigt auf den Abschluss des Glaubensbekenntnisses ab dem Satz „Ich glaube an den Heiligen Geist“. Eine der zentralen Fragen, die die drei Prediger sich stellten, war ob es denn möglich sei an Geister zu glauben. „Um was für Geister soll es sich dabei eigentlich handeln“, fragte Jain. Daraus entstand eine Diskussion darüber, welche Geister es überhaupt gebe und über die Bedeutung Geist in der deutschen Sprache. „Es gibt keinen endlichen Geist“, war eine der Aussagen, die die drei trafen. Zudem stellte Jain fest, dass es nicht möglich sei, den Geist selbst zu erzeugen. „Wir können den Geist nur von Gott empfangen“, sagte sie. Des Weiteren verdanke sich menschliches Leben nicht selbst, sondern die Menschen seien Geschöpfe Gottes. „Ich kann nur glauben, dass Gott mich geschaffen hat, aber ich weiß es nicht“, sagte Jain. Außerdem stellte sie die Frage, ob es eine Gewissheit gebe, die nur Gott den Menschen geben könne. „Wer mich siehrt, der sieht den Vater“, zitierte König Jesu. Gott trage die Menschen in allen Situationen. „Aber was heißt es an den Heiligen Geist zu glauben, wie wir es im Glaubensbekenntnis beten“, wiederholten sie ihre Frage. Die Antwort darauf lautete: „Der Mensch handelt, in dem er glaubt.“

Gemeinde als Fundament

Bei den Aussagen „Die heilige christliche Kirche“ und „Gemeinschaft der Heiligen“ wollten die drei Prediger wissen, wie es möglich sei an eine Kirche zu glauben. Hierbei sei die Gemeinde das Grundfundament für das Haus Gottes. „Die Kirche ist innerhalb der Menschen“, sagten sie. Somit seien die Menschen quasi die Wurzeln der Kirche. Dabei könne es allerdings passieren, dass die Einigkeit zwischen den Menschen diese nicht nur stark, sondern auch blind machen. Die Gläubigen seien Mitbürger Gottes und die Kirche wiederum sei auf den Heiligen und Aposteln aufgebaut.

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Drei gegensätzliche Positionen

Zum Ende der Predigt setzten König, Wilk und Jain sich mit der Vergebung von Sünden, er Auferstehung der Toten und dem ewigen Leben auseinander. Hierzu hatte sie drei Positionen erarbeitet, die jeweils eine andere Herangehensweise an den Glauben hatte. Die erste Position, ein gläubiger Christ stellte sich hierbei das ewige Leben als eine große Feier vor, bei der die Menschen nach dem Tod die Möglichkeit haben, die Menschen, die ihnen im Leben vorausgegangen sind wiederzusehen und viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Die zweite Position vertreten von König war ein Realist, der sich mit dem Gedanken an das ewige Leben schwertat, da dies nicht nur ein Wiedersehen mit lieben Menschen, sondern auch mit Feinden bedeute. Als dritte Position stellte Jain eine Theologiestudentin vor. Diese verfüge zwar über viel theoretisches theologisches Wissen, könnte es aber nicht praktisch umsetzen. Während für Nummer eins klar war, dass Glaube nicht verstanden werden müsse. Kann Nummer zwei den Glauben nicht weitergeben, weil er das Gefühl habe, dass die Menschen sich mit ihrem Glauben aus der Verantwortung ziehen würden. „Wir sollten uns eingestehen, dass wir Gott bei unserem Handeln oftmals ausklammern“, fasste Jain die Ergebnisse zusammen.

Von Vera Wölk