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Göttingen Gefahr für Primaten in Peru wächst
Campus Göttingen Gefahr für Primaten in Peru wächst
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18:28 15.11.2011
Schwarzstirn-Braunrückentamarin (Saguinus nigrifrons): Diese Art wurde bisher nur als Unterart angesehen, stellt aber nach DPZ-Untersuchungen eine eigene Art der Neuweltaffen dar. Quelle: Stojan-Dolar
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Die DPZ-Wissenschaftler sind in den Regenwäldern des Amazonastieflandes unterwegs, wo sich eine einzigartige Vielfalt an Pflanzen und Tieren entwickelt hat. Da in Peru auch Hunger und Misswirtschaft herrschen und die Ausbeutung von Öl- und Gasreserven, illegale Jagd, Abholzung und Brandrodung die Natur in zunehmendem Maße bedrohen, entstand die DPZ-Initiative.

Ende Oktober trafen sich in Lima 105 Primatologen überwiegend aus Peru, aber auch aus den Nachbarländern und aus Deutschland, um den Stand der Primatenforschung in Peru zu erörtern, um zukünftige Forschungsprojekte zu entwickeln und um Studierende in verschiedenen, für die Primatologie relevanten Forschungsmethoden auszubilden. Finanzielle Unterstützung kam vom Förderkreis des Deutschen Primatenzentrums. Wichtigstes Ergebnis des Symposiums: In Peru kommen nicht wie bisher angenommen 37, sondern 45 verschiedene Primatenarten vor. Zu diesem Schluss kam eine von DPZ-Forscher Prof. Eckhard W. Heymann geleitete Expertenrunde, die sich mit taxonomischen Fragen beschäftigte. Verschiedene Wissenschaftler, darunter auch mehrere vom DPZ, haben „klassische“, auf dem äußeren Erscheinungsbild basierende Methoden mit modernen molekularbiologischen Verfahren kombiniert, um genetische Unterschiede zwischen Populationen zu analysieren und Arten zu identifizieren.

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Im Rahmen des Symposiums fanden auch verschiedene Workshops statt, in denen peruanische Studierende im Einsatz von Methoden der ethologischen und ökologischen Beobachtung, der Populationsgenetik, der Bioakustik und des Einsatzes von GPS und Globalen Informationssystemen trainiert wurden. Er erwarte, „dass die primatologische Forschung und der Schutz von Primaten in Peru durch dieses Symposium einen starken Schub erhalten haben“, sagte Organisator Heymann.