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Göttingen Geistermasken, Ahnenschädel und Männerhäuser
Campus Göttingen Geistermasken, Ahnenschädel und Männerhäuser
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11:32 28.10.2009
Wurde als Träger von Lebenskraft verehrt: Ahnenschädel aus Melanesien.
Wurde als Träger von Lebenskraft verehrt: Ahnenschädel aus Melanesien. Quelle: Mischke
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Geistermasken, Ahnenschädel und Kampfschilde – die Sonderausstellung soll mit ihren Exponaten das kultisch-religiöse und soziale Leben in der Region Melanesien um die Wende vom 19. in das 20. Jahrhundert präsentieren. Unter der Leitung von Dr. Gundolf Krüger, Kustos der Sammlung, und Prof. Britta Hauser-Schäublin haben Studierende der Ethnologie die Ausstellung im Rahmen eines Museumspraktikums konzipiert und erarbeitet.

Die überwiegende Zahl der Objekte der Ausstellung wurde bisher – obwohl sie sich schon seit langem im Besitz der Sammlung befinden – nie der Öffentlichkeit präsentiert“ erklärt Krüger bei der Eröffnung der Sonderausstellung. Auch sei die Region Melanesien (schwarze Inselwelt) bis jetzt bei Ausstellungen vernachlässigt worden. Melanesien umfasst die Insel Neuguinea, die Inselgruppen Bismarck-Archipel, Solomonen, Vanuatu und Neukaledonien.

„Die Objekte der Sammlung stammen aus der Zeit der deutschen Kolonialherrschaft und hatten eine zentrale Bedeutung im Leben der Menschen vor etwa 100 Jahren“, sagt Krüger. „Sie finden da heute keine Kultur, die noch in der Steinzeit lebt“, erklärt Hauser-Schäublin. Doch das Leben der Einwohner ist immer noch von den Ritualen geprägt: Frauen kümmern sich traditionell neben der Kinderziehung auch um die Ernährung der gesamten Familie. Auf den Märkten um den Sepik-Fluss trifft man auch heute noch nur Frauen, die Handel betreiben“, erzählt Hause-Schäublin.

Kultische Aspekte

„Die Männer hingegen waren und sind für die kultischen Aspekte des Lebens zuständig. Nur sie dürfen die sogenannten Männerhäuser betreten, in denen religiöse Rituale vollzogen werden. Auch Hauser-Schäublin sei bei einer Forschungsreise der Eintritt mit des Satz „Geh mit den anderen Frauen kochen“, verweigert worden.

Die Sonderausstellung ist bis zum 20. Juni 2010 in der Ethnologischen Sammlung, Theaterplatz 12 in Göttingen, zu sehen. Öffnungszeiten sind sonntags von 10 bis 13 Uhr.

Von Corinna Berghahn

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