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Göttingen Gemeinsam gegen Aufschieberitis an der Uni Göttingen
Campus Göttingen Gemeinsam gegen Aufschieberitis an der Uni Göttingen
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17:36 17.09.2013
Gehen die Probleme gemeinsam an: Nan Nan (links) mit Beraterin Annett Muhdoh. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Den studentischen Problemen von Ideenlosigkeit über Schreibblockaden bis hin zur „Aufschieberitis“ trat die erste akademische Schreibwoche der Universität Göttingen entgegen. Rund 30 Teilnehmer, darunter Studierende, Graduierende und Promovierende aller Fachrichtungen, fanden sich vom 9. bis 13. September morgens im Verfügungsgebäude der Georgia Augusta ein, um unter Betreuung des Teams vom internationalen Schreibzentrums der Universität Göttingen ein gutes Stück mit ihren Arbeiten voranzukommen.

Lesen, Gliedern, Zeichnen, Mind Maps anfertigen: „Schreiben ist Arbeit“, erklärte Mitorganisatorin Melanie Brinkschulte vom Internationalen Schreibzentrum. „Die Entstehungsarbeit hinter einem Text ist wenigen klar. Man muss sich ausführlich mit seinem Thema auseinandersetzen. Dass man dabei in Verzug kommt, ist auch bei erfahrenen Wissenschaftlern der Fall.“

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Übungen machen auch Journalisten

Doch nicht nur stoisches Tastaturklimpern stand auf dem Programm der Schreibwoche. Morgendliche Workshops und kleine Schreibübungen wie „Fokussiertes Freewriting“ halfen, Gedankengänge zu bündeln. „Diese Übungen machen auch professionelle Journalisten und Schriftsteller“, so BrinkschulteEin eigens eingerichteter Pausenraum bot Platz zum Austausch, zum Erholen und Stärken bei Kaffee und Keksen. Und wenn doch mal „nichts mehr ging“, gaben zwei Schreibberater individuell Tipps und Hilfe.

Brinkschulte zeigte sich erfreut, wie diszipliniert und intensiv die Studenten arbeiteten. „Es knistert vor Konzentration im Schreibraum“, beschrieb sie die arbeitsselige Atmosphäre. Es sei gerade die Rahmung der Veranstaltung, die der Disziplinierung und Motivation zugutekomme.
Das fanden auch die Studentinnen Katharina Prott und Lena Wohlert. „Produktiv wird man allein schon dadurch, dass man hier jederzeit Hilfe bekommt – genauso wie Tee und Kekse“, fand Mathematik- und Biostudentin Wohlert. „Zuhause würde ich jetzt wohl mit Tee und Keksen im Bett liegen, hier hilft die Verpflegung beim Weiterschreiben“, pflichtete ihr Wohlert bei.

Seminararbeit über Armutspolitik

Die 24-jährige Soziologiestudentin saß an einer Seminararbeit über Armutspolitik. Sie wusste besonders zu schätzen, „dass man hier mit anderen zusammensitzt“. Das habe man sonst in der Bibliothek  zwar auch, aber hier wäre das Gruppengefühl „anders. Das Tippen der anderen motiviert ungemein“.

Am Freitag schloss die Woche mit einem Erfahrungsaustausch der Teilnehmer. So sollte jeder etwas für die Zukunft mitnehmen. Denn auch wenn sich die vormals leeren Seiten so mancher Haus- oder Bachelorarbeit mittlerweile ansehnlich gefüllt hatten: „Mit einer Woche Schreiben ist es nicht getan“, so Brinkschulte. Aufgrund der erfolgreichen Premiere fassten die Organisatoren für nächstes Jahr eine Wiederholung ins Auge.

schreibzentrum.uni-goettingen.de

Von Katharina Kilburger

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