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Göttingen Gefahr durch den Stich des Petermännchens
Campus Göttingen Gefahr durch den Stich des Petermännchens
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20:16 30.07.2019
Hochgiftig: das schillernde Petermännchen. Quelle: R
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Göttingen

Eine wichtige Aufgabe des GIZ-Nord ist die Information über aktuelle Gefahren, die zur Vergiftung führen können. In den vergangenen 20 Jahren hat es Prof. Andreas Schaper zufolge vermehrt Anfragen im GIZ-Nord aufgrund vergifteter Personen durch die Petermännchen gegeben. Schaper leitet gemeinsam mit Dr. Martin Ebbecke das GIZ-Nord und warnt vor den schmerzhaften Folgen durch den Stich des giftigen Fisches. „Immer wieder kommt es an den norddeutschen Küsten zu Vergiftungen mit dem Petermännchen. Entweder tritt man im flachen Wasser auf den Fisch, oder Angler verletzen sich beim Ablösen des Fisches vom Angelhaken.“ Tödliche Vergiftungen durch den Stich eines Petermännchens habe es bislang nicht gegeben.

Serotonin im Gift

Petermännchen gehören zu den gefährlichsten Gifttieren in Europa. Die Fische werden zwischen 15 und 53 Zentimeter lang und besitzen 71 Weichstrahlen und zehn Stacheln zum Schutz vor Angreifern. Giftig sind nach Angaben von Schaper die Flossenstachel der ersten Rückenflosse und ein Dorn auf dem Kiemendeckel. Das Gift enthält Serotonin, das extreme Schmerzen verursacht, die auftreten, sobald der Stachel die Haut durchbohrt hat. Jährlich werden 20 bis 40 Menschen vom Petermännchen gestochen, sagt Schaper. Symptome seien stechende Schmerzen, starke Gelenkschmerzen und Schwellungen. Außerdem können Kopfschmerz, Fieber, Brechreiz, Atemprobleme, Kreislaufkollaps oder Herzrhythmusstörungen auftreten. Aus diesem Grund ist es Schaper zufolge besonders gefährlich, wenn Menschen während des Schwimmens gestochen werden, da sie Schwierigkeiten bekommen könnten, sich trotz der starken Schmerzen über Wasser zu halten.

Betroffene Personen können zwar behandelt werden, ein spezielles Gegengift gibt es laut Ebbecke nicht. „Die Verletzungen sind ausgesprochen schmerzhaft, und die Symptome können Wochen, Monate, in seltenen Fällen sogar über Jahre anhalten." Mehr als 300 Fälle der Vergiftungen durch Petermännchen werden derzeit im Zusammenhang einer Doktorarbeit analysiert.

Zum Laichen in flachen Gewässern

Ein hilfreicher Tipp für Strandliebhaber ist das Tragen von Badeschuhen. Denn im Sommer halten sich Petermännchen laut Schaper zum Laichen an der Nord- und Ostsee in flachen Gewässern auf. Die Fische sind sehr schwer mit dem bloßen Auge erkennbar, da sie sich in den Boden eingraben, sodass nur die Augen aus dem Sand hervorschauen.

Ist es dennoch zu einem Stich gekommen, muss der Stachel nach Angaben von Schaper sofort entfernt werden. Durch einen Fön oder einen elektrischen Anti-Mücken-Stick kann die Einstichstelle auf mehr als 50 Grad erhitzt werden. So werden die Giftmoleküle zerstört. Ein Arzt sollte in jedem Fall aufgesucht werden.

Von Lisa Hausmann

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