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Göttingen Göttingen: Forscher enthüllen mit Sandkörnern verborgene Gesteinskreisläufe
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Göttingen: Forscher enthüllen mit Sandkörnern verborgene Gesteinskreisläufe

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11:19 28.01.2021
Die Granate stammen aus Gesteinen wie „Gneis“ und werden als Sandkörner am Strand abgelagert – Granatsandstrand auf Goodenough Island, Papua-Neuguinea.
Die Granate stammen aus Gesteinen wie „Gneis“ und werden als Sandkörner am Strand abgelagert – Granatsandstrand auf Goodenough Island, Papua-Neuguinea. Quelle: Paul Fitzgerald
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Göttingen

Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Göttingen hat verborgene Gesteinskreisläufe enthüllt. Auf einer abgelegenen Insel in Papua-Neuguinea haben die Wissenschaftler diese wichtige geologische Entdeckung in granatreichem Sand gemacht, teilt die Universität mit. Sie nutzten Granatsande als Schlüssel zur Rekonstruktion geologischer Prozesse.

Durch die Analyse winziger Einschlüsse in den Granatkörnern hätten sie deren Weg von der Erdoberfläche bis tief in den oberen Erdmantel (bis zu etwa 120 Kilometern Tiefe) und zurück an die Oberfläche deutlich machen können, teilte die Pressestelle der Universität mit. Dieser Zyklus sei durch tektonische Bewegungen, also Bewegungen innerhalb und zwischen den Erdplatten, sowie sedimentäre Ablagerungsprozesse bedingt und vollziehe sich in weniger als etwa zehn Millionen Jahren – für solche geologischen Prozesse „eine bemerkenswert kurze Zeit“, so die Pressestelle. Die Ergebnisse seien in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht worden.

Neuer Ansatz, um Einschlüsse zu identifizieren

Jan Schönig, Doktorand am Geowissenschaftlichen Zentrum, habe einen neuen Ansatz entwickelt, um die kleinen Einschlüsse in Mineralen schnell zu identifizieren. Er habe die Mineraleinschlüsse aus dem Granatsand mit einem speziellen Spektrometer analysiert. „Diese winzigen Mineraleinschlüsse sind oft die einzigen Zeugen von großen tektonischen Prozessen“, wird Schönig in der Mitteilung zitiert. „Die hochmoderne technische Ausstattung am Geowissenschaftlichen Zentrum in Göttingen ermöglicht es uns, eine große Anzahl von Einschlüssen effizient zu analysieren und so geologische Prozesse, die sich auf der Skala von Kilometern abspielen, anhand von Informationen auf mikroskopischer Ebene zu rekonstruieren“.

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Die Ergebnisse aus Papua-Neuguinea gehörten zu den ersten Anwendungen der neuen, in Göttingen entwickelten Technik, so die Pressestelle. Prof. Hilmar von Eynatten vom Geowissenschaftlichen Zentrum betonte, dass diese Methode „uns einen ganz neuen Weg zum Verständnis plattentektonischer Prozesse in der Erdgeschichte eröffnet“.

Von Stefan Kirchhoff

27.01.2021
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