Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Sabine Schindler erklärt die Entstehung und Expansion des Universums
Campus Göttingen Sabine Schindler erklärt die Entstehung und Expansion des Universums
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:19 30.12.2013
Der mehr als 6500 Lichtjahre von der Erde entfernte Krebsnebel: Aufnahme mit dem Hubble-Teleskop vom 16. Dezember 2013. Quelle: Nasa
Anzeige
Göttingen

Davon gebe es viele, und sie seien nicht gleichmäßig im Universum verteilt, sagt Schindler.

Die Professorin für Astrophysik arbeitet am Institut für Astro- und Teilchenphysik an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (Österreich). In der Vortragsreihe „Faszinierendes Weltall“, die vom Förderkreis Planetarium veranstaltet wird, hat Schindler über die Entstehung und die Expansion des Universums gesprochen.

Anzeige

Wie das Universum entstehen konnte, dazu gibt es viele Hypothesen. Schindler plädiert für die Urknall-Theorie, wonach das Universum expandiert und sich weiter ausdehnt. „Ich sage nicht, dass ich das beweisen kann“, beteuert Schindler die Nachweisbarkeit der Hypothese. Doch gebe es mehrere Grundprinzipien über das Universum, die den Ursprung in einem Urknall als wahrscheinlichste Hypothese ausloten.

Ein solches Prinzip ist die kosmische Hintergrundstrahlung. Schindler erklärt diese Strahlung anschaulich. Nach dem Urknall seien Photonen, Lichtteilchen, durch den Raum geflogen. Diese Lichtteilchen seinen energetisch so stark, dass sie auf ihrem Weg mit geladenen Teilchen reagieren, und auf ihrem Weg umgeleitet werden.

Erst mit der Ausdehnung des Universums schwächen die Photonenstrahlen ab, ihre Temperatur und Dichte nehmen ab, und sie können nicht mehr mit Materie wechselwirken. Die Strahlung ist noch heute nachweisbar. Ihre eher zufällige Entdeckung brachte den US-amerikanischen Physikern Arno Penzias und Robert Woodrow Wilson 1978 den Nobelpreis ein.

Die kosmische Hintergrundstrahlung gilt als Beleg für die Urknall-Theorie, doch Schindler legt noch weitere Argumente vor. So lässt sich mit der Theorie die Struktur des Universum erklären. Demnach bewirken Gravitationskräfte, dass sich Massen gegenseitig anziehen. Das sei der Grund für die Entstehung von Galaxienhaufen, erklärt Schindler.

„Die Kosmologie ist eine recht junge Wissenschaft, da hat sich viel getan in den letzten Jahren“, betont Schindler, und verweist auf eine lebendige Wissenschaft, die in den nächsten Jahren noch einige Erkenntnisse bringen wird. Noch mit so mancher Leerstelle habe die Forschung zu kämpfen, macht Schindler deutlich.

Gerade dadurch sei die Kosmologie aber auch so ein spannendes Feld: „Das gebe ich auch gerne jungen Wissenschaftlern als Ausblick, wie viel noch nicht bekannt ist, und wie viel es noch zu erforschen gibt.“

Im nächsten Vortrag am Dienstag, 7. Januar, um 20 Uhr beschäftigt sich der Wissenschaftsjournalist Hermann-Michael Hahn mit der Frage „Was wäre die Welt ohne Astronomie?“ im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 5, Hörsaal 008.

Von Daniela Lottmann