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Göttingen Xlab-Stiftung baut Begegnungszentrum
Campus Göttingen Xlab-Stiftung baut Begegnungszentrum
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19:02 30.06.2017
Von Michael Caspar
Quelle: r
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Göttingen

Im Entwurf schillert der fünfgeschossige Komplex, der teilweise in den Hang hineingebaut wird, in allen Farben des Regenbogens. „Wie genau die Farbgebung umgesetzt wird, steht noch nicht fest“, erklärte Wilkins. Sicher sei, dass der zylinderförmige Bau ähnlich auffällig gestaltet werde wie das farbenfreudige Xlab, das seit 2004 rund 400 Meter entfernt auf dem Nordampus am Justus-Liebig-Weg 8 steht.

„Das Gebäude wird so hoch sein wie die Wohngebäude der Nachbarschaft“, erklärte Prof. Eva-Maria Neher vom Vorstand der Xlab-Stiftung. Es werde ohne große Bodenbewegungen auf einer Grundfläche von 500 Quadratmetern errichtet. Das frühere Schützenhaus, das derzeit noch dort vorhanden sei, werde abgerissen. Das kleine Wäldchen bleibe größtenteils erhalten. „Der Neubau verfügt über eine Etage für Seminare, einen Speiseetage für das Frühstück und Abendessen sowie über zwei Wohngeschosse“, führte Architekt Wilkins aus. Zwei- und Vier-Bett-Zimmer würden zusammen 80 Schlafplätze bieten.

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„Auf jeder Etage öffnet sich das Gebäude nach draußen“, erläuterte der Architekt. Die Balkone dienten als Aufenthaltsbereiche. Das Xlab wolle die Kommunikation unter den jungen Menschen fördern. Bei wissenschaftlichen Kongressen sei es oft so, dass die wichtigsten Gespräche beiom Mittagessen und in den Pausen geführt würden, ergänzte Prof. Axel Zeeck, der dem Kuratorium der Xlab-Stiftung angehört.

Angst, dass sich Nachbarn wegen Lärmbelästigung beschweren, hat Neher nicht. Die jungen Menschen, „die wissenschaftliche Elite von morgen“, wüssten sich zu benehmen. Im Xlab liege nirgendwo ein Bonbonpapier auf dem Boden. Nie habe es Probleme mit Vandalismus oder Grafftti gegeben.

Den Plan auf dem Gelände ein Begegnungszentrum zu errichten, gibt es seit Januar 2012 berichtete Neher. „Ich hatte bereits 2013 zwei Millionen Euro Fördergelder vom Bund und eine Million Euro vom Land für die Xlab-Stiftung eingeworben“, berichtete der Göttinger Bundestagsabgeordnete und SPD-Fraktionschef in Berlin, Thomas Oppermann. Das Xlab sei mit 12.000 Kursteilnehmern im Jahr Deutschlands größtes Schülerlabor. Es mache begabte junge Menschen auf Göttingen aufmerksam und betreibe so das „perfekte Studentenmarketing“ für die Stadt.

„Dass nicht sofort gebaut werden konnte, liegt daran, dass das Grundstück einer privaten Stiftung gehört“, erläuterte Oppermann. Auf einer solchen Fläche dürfe aber kein Gebäude mit öffentlichen Geldern errichtet werden. Jahre habe es gedauert, bis eine Lösung gefunden worden sei. Nun gehe das Geld an die Max-Planck-Gesellschaft, bei der es die Xlab-Stiftung abrufen könne.

„Damit das öffentliche Geld ordnungsgemäß ausgegeben wird, übernehmen wir die Steuerung der Baumaßnahme“, sagte Rainer Bolli, der das Gebäudemanagement der Göttinger Universität leitet. Projektleiter werde sein Mitarbeiter Stefan Heise. Bereits beim Einholen von vier Architektenentwürfen seien sie beteiligt gewesen. Anderthalb Millionen Euro bringt die Xlab-Stiftung auf. „Das Geld haben wir zusammen“, erklärte Matthias Brede vom Vorstand der Stiftung. Spendengelder für das Projekt seien aber immer noch willkommen. „Wir könnten damit zum Beispiel Sonderwünsche bei der Einrichtung der Labore umsetzen“, erklärte Neher.

Bisher kommen Schülergruppen, die das Xlab mehrere Tage oder Wochen lang nutzen, in umliegenden Hotels unter. Dort haben sie kaum die Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Das soll sich nun ändern.