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Göttingen Göttingen will sich für Tempo-30-Versuch bewerben
Campus Göttingen Göttingen will sich für Tempo-30-Versuch bewerben
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16:00 12.12.2017
Seit drei Jahren überklebt: die Tempo-30-Schilder in der Reinhäuser Landstraße. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Das Land Niedersachsen will mit einem auf drei Jahre angelegten Modellversuch herausfinden, wie sich ein Tempolimit von 30 statt bisher 50 Stundenkilometer auf innerstädtischen Hauptstraßen auswirkt. Beobachtet werden sollen vor allem die Auswirkungen auf Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und Verkehrssicherheit. Für das Projekt will das Verkehrsministerium mindestens sechs „Teststrecken“ auswählen. Kommunen könne sich dafür bewerben. Bisher ist nach Angaben des Ministeriums noch keine offizielle Bewerbung eingegangen.

In ihren Bewerbungs-Textvorlagen für den Rat erklärt die Verwaltung, dass der Modellversuch eine ideale Ergänzung für das bereits beschlossene Klimaschutzkonzept der Stadt sei. Göttingen will die CO2-Emissionen demnach bis 2020 um 40 Prozent senken. Konkrete Ideen, um das Ziel zu erreichen, sind im Klimaplan der Stadt aufgelistet. Dazu gehören laut Verwaltung vor allem Vorschläge, wie mehr Menschen vom Pkw auf andere umweltschonendere Verkehrsmittel verlagert werden können. Es gibt auch schon Modellrechnungen dazu, wie sich eine Reduzierung der erlaubten Geschwindigkeit innerorts auf Lärm und Luft auswirken könnte.

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt bereits im November 2014 auf mehreren Hauptstraßen auf Abschnitten Tempo 30 in den Nachtstunden angewiesen - zum Schutz vor Lärm. Dabei wollte sie auch die Reinhäuser Landstraße einbeziehen und die Schilder waren bereits aufgestellt, als überraschend das Verkehrsministerium als oberste Verkehrsbehörde intervenierte. Das Problem: Die Reinhäuser Landstraße ist eine Bundesstraße. Dort fehle für Tempo 30 die Rechtsgrundlage. Seitdem sind die Schilder dafür überklebt und das Ministerium prüft.

Mit dem Modellversuch des Landes sieht die Verwaltung jetzt eine Chance, ihre Idee doch noch umzusetzen - und das auch tagsüber. Stimmt der Rat zu, will sie folgende Straßen anmelden: die Reinhäuser Landstraße vom Geismar Tor bis zur Kiesseestraße, die Königsallee von der Groner Landstraße bis zur Godehardstraße und - auf drängen der Ratspolitiker im Mobilitäts- und Umweltausschuss - den Düsteren-Eichen-Weg von der Herzberger Landstraße bis zum Nikolausberger Weg. In Erwägung gezogen hatte die Verwaltung auch die Groner/Kasseler Landstraße, Bürgerstraße, Weender Landstraße, Hannoversche Straße und den Kreuzbergring. Mit Blick auf die vom Land angekündigte Maximalzahl der Teststrecken will sie sich jetzt aber nur mit drei Straßen bewerben.

Nur nachts Tempo 30

Auf sechs innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen in Göttingen dürfen Autos, Lkw und Motorräder seit 2014 nachts nicht schneller als 30 Stundenkilometer fahren. Damit soll der Lärm reduziert werden. Die Beschränkung gilt von 22 bis 6 Uhr in bestimmten Abschnitten auf folgenden Straßen: Stettiner Straße, Königsallee, Jheringstraße, Kreuzbergring, Von-Ossietzky-Straße und Geismar Landstraße/Hauptstraße.

Wie teuer der Modellversuch des Landes die Kommune kommt, ist nach Verwaltungsangaben zurzeit nur schwer abzuschätzen. Das hänge am Schluss vom tatsächlichen Umfang des Projektes ab. Allerdings beschreibt die Verwaltung ein grobe Rechnung alleine für die Reinhäuser Landstraße: Um nur die Ampeln dort bei Tempo 30 umzustellen und die Schaltung von Gutachtern optimal koordinieren zu lassen, müsste die Stadt 60000 Euro ausgeben. Der Rat tagt am Freitag, 15. Dezember, um 16 Uhr im Neuen Rathaus.

Von Ulrich Schubert

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