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Göttingen Göttinger Ethnologen arbeiten im internationalen Verbundprojekt
Campus Göttingen Göttinger Ethnologen arbeiten im internationalen Verbundprojekt
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17:28 16.07.2013
Schareikas Team: Löhde, Bellwood-Howardn und Bogweh Nchanji (v. l.).
Schareikas Team: Löhde, Bellwood-Howardn und Bogweh Nchanji (v. l.). Quelle: EF
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Göttingen

Das Institut für Ethnologie der Georg Augusta arbeitet im Rahmen des Verbundprojekts „Urban Food Plus“ zusammen mit den Universitäten Kassel, Bochum, Freiburg und zahlreichen Partnerinstituten in Burkina Faso, Ghana, Kamerun, Mali und Nigeria.

Der Anbau von Grundnahrungsmitteln sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Markt zwischen Wohnblocks und auf unbebauten Flächen oder das Weiden von Nutztieren entlang von Ausfallstraßen prägen das Bild westafrikanischer Städte wie Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, oder Bamako in Mali.

Die räumliche Nähe der Bauern zu Märkten für Düngemittel und Saatgut sowie zu Abwasserkanälen für die Bewässerung ihrer Gärten birgt ein großes Potenzial für die urbane Lebensmittelproduktion.

Soziale Systeme und lokale Machtgefüge

Mit dem Anbau ihrer Produkte in unmittelbarer Marktnähe leisten die Bauern nicht nur einen Beitrag zur Ernährungssicherheit der städtischen Bewohner, sondern auch zur Einkommens- und Effizienzsteigerung.

Das Team von Schareika konzentriert sich auf die sozialen Systeme und lokalen Machtgefüge, in die der Zugang zu nährstoffreichen Böden, Weidemöglichkeiten, Wasser, Saatgut, Dünger, Märkten und Know-how sowie die Nutzung und Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Technologien eingebettet sind.

Gleichzeitig werden die Forscher einen engen Dialog zwischen Bauern, Tierhaltern, politischen Entscheidungsträgern, Experten aus landwirtschaftlichen Beratungszentren vor Ort und den Wissenschaftlern in ihrem eigenen Verbundprojekt organisieren, um die Entwicklung gemeinsamer Problemlösungsansätze zu fördern.

Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern integrieren

Als Teil des interdisziplinären Forscherteams des Projekts –  Agrarwissenschaftler, Bodenkundler, Ingenieure, Ökonomen und Geographen kooperieren – soll das Göttinger Institut für Ethnologie insbesondere dazu beitragen, dass die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern in westafrikanischen Städten von Beginn an in den Prozess der Entwicklung innovativer Agrartechnologien integriert werden.

Innerhalb von „Urban Food Plus“ ist zudem eine internationale Graduiertenschule für Nachwuchswissenschaftler eingerichtet worden, bei der zehn Promotionsstipendien sowie zwölf Promotionsstellen angesiedelt sind.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung stellt für das gesamte Projekt knapp 710 000 Euro in den kommenden fünf Jahren zur Verfügung. Davon wurden zunächst 440 000 Euro für die ersten drei Jahre bewilligt.

eb