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Göttingen Göttinger Forscher: Fortschritt im Kampf gegen HIV
Campus Göttingen Göttinger Forscher: Fortschritt im Kampf gegen HIV
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18:21 23.07.2013
Rote Schleifen: weltweit ein Symbol der Solidarität mit Aids-Kranken und HIV-Infizierten.
Rote Schleifen: weltweit ein Symbol der Solidarität mit Aids-Kranken und HIV-Infizierten. Quelle: EF
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Göttingen

Gemeinsam mit Kollegen der Medizinischen Hochschule Hannover und des Instituts für Molekulare Virologie vom Universitätsklinikum Ulm haben die Wissenschaftler des DPZ in einer aktuellen Studie nachgewiesen, dass die Aktivierung von Blutplättchen den Befall von Zellkulturen mit HIV Typ 1 (HIV-1) blockiert. Ihre Aktivierung könnte daher auch die Ausbreitung von HIV-1 in infizierten Patienten reduzieren.

Blutplättchen behindern Ausbreitung

Blutplättchen, die kleinsten Bestandteile des Blutes, werden unter anderem durch den Kontakt mit dem Bindegewebe der Gefäße aktiviert. Bei der Aktivierung verändern die Blutplättchen ihre Form und setzen zahlreiche biologisch aktive Stoffe frei. Einer dieser Stoffe ist ein Botenprotein, das den Eintritt von HIV-1 in Wirtszellen blockiert. Diesen Befund hatte ein Team um David J. Auerbach vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases in Bethesda (USA) 2012 für das reines Botenprotein erbracht. Wie effektiv Blutplättchen die Ausbreitung von HIV-1 im Körper behindern können, ist noch unbekannt und hängt wahrscheinlich von ihrer Konzentration im Blut und ihrem Aktivierungsstatus ab.

Allerdings gibt es zwei Typen von HI-Viren gibt: HIV-1 und HIV-2. Daneben existiert noch das Simiane Immundefizienz-Virus (SIV), das bei Affen vorkommt. Die aktuelle Studie zeigt, dass nur HIV-1 durch die Aktivierung von Blutplättchen behindert wird, HIV-2 und SIV nicht. HIV-1 ist allerdings auch der am weitesten verbreitete und aggressivste Typ des HI-Virus.

Forschung liefert Hinweise

„Unsere Forschung liefert Hinweise darauf, dass Blutplättchen an der Immunabwehr gegen die HIV-1-Infektion beteiligt sind. Diese Funktion war bisher weitgehend unbekannt“, sagt Pöhlmann, Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am DPZ und Senior-Autor der neuen Studie. „Zukünftige Arbeiten werden zeigen, wie wirksam das Botenprotein aus Blutplättchen die HIV-1-Ausbreitung in Patienten hemmen kann. Ein weiteres Ziel ist es, Substanzen mit dem gleichen Wirkmechanismus wie dem des Botenprotein zu suchen und daraus neue Therapien gegen die HIV-1-Infektion zu entwickeln.“

eb