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Göttingen Göttinger Forscher: Neue Regeln für Wildtier-Handel könnten Pandemien verhindern
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Göttinger Forscher: Neue Regeln für Wildtier-Handel könnten Pandemien verhindern

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20:05 17.11.2020
Marktgeschäft in Kambodscha: Eine Verringerung der Interaktion zwischen Mensch, Wild und Vieh sowie ein wirksamer Schutz von Lebensräumen und Wildtieren ist die einzige Möglichkeit, das Risiko künftiger Zoonosen zu verringern. Foto: Kit Magellan Quelle: Kit Magellan
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Göttingen

Eine wirksame Gesetzgebung für den Wildtier-Handel könnte nach Ansicht eines internationalen Forscherteams mit Beteiligung der Universität Göttingen zukünftige Pandemien verhindern. Viele Krankheiten, darunter auch Covid-19, seien vom Tier zum Menschen übergesprungen, erklärten die Wissenschaftler am Dienstag. Weitere Epidemien, die von tierischen Wirten ausgehen, seien unvermeidlich, wenn nicht schnell Maßnahmen ergriffen würden.

Die Forscher forderten die Regierungen auf, wirksame Rechtsvorschriften zu erlassen, die den Handel mit Wildtieren regulieren, Lebensräume schützen sowie die Interaktion zwischen Mensch, Wildtieren und Nutztieren einschränken. Nur solche Maßnahmen gewährten Schutz vor künftigen Pandemien, die noch schwerwiegender als Covid-19 sein könnten.

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Krankheitserreger kommen oft von Wildtieren

In den vergangenen 30 Jahren ist die Mehrzahl der Krankheitserreger, die der menschlichen Gesundheit und der Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt haben, den Wissenschaftlern zufolge von Wildtieren oder Nutztieren ausgegangen. Zu diesen Krankheiten gehörten zum Beispiel Ebola, Aids, Sars und wohl auch Covid-19.

Wildtiermärkte wie dieser in Malaysia müssen besser reguliert werden, um vor den Risiken einer zukünftigen Pandemie zu schützen. Quelle: Chong Ju Lian

Zwei Hauptfaktoren, die solche Ausbrüche erleichterten, seien der Handel mit Wildtieren und die Zerstückelung des natürlichen Lebensraums, hieß es. Beides sorge dafür, dass ein direkter Kontakt zwischen Mensch und Wildtieren ermöglicht werde und häufiger stattfinde. Tiere auf Wildtiermärkten seien oft in einem überfüllten und unhygienischen Umfeld untergebracht: „Eine perfekte Umgebung für Krankheitserreger, die auf den Menschen überspringen können.“

Darüber hinaus würden natürliche Lebensräume gerodet, um den Ansprüchen einer wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden. Das bringe Vieh und Menschen in engeren Kontakt mit den wilden Wirten potenzieller Krankheitserreger.

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Regulierung des Handels

Die Regierungen Chinas, Vietnams und Koreas hätten erkannt, dass Covid-19 möglicherweise aus Wildtier-Märkten hervorgegangen sei, erklärten die Forscher. Sie hätten seit dem Ausbruch der Pandemie eine Form der Regulierung zur Kontrolle des Wildtier-Handels eingeführt. Diese Maßnahmen könnten als Vorbilder für andere Länder dienen.

Dr. Trishna Dutta Quelle: Dutta, Universität Göttingen

Von einem plötzlichen generellen Verbot von Wildtier-Märkten raten die Wissenschaftler indes ab. Dies habe unverhältnismäßig große negative Auswirkungen auf benachteiligte, zugewanderte und ländliche Bevölkerungsgruppen, die für ihren Lebensunterhalt auf solche Märkte angewiesen seien. Bevor es zu Verboten komme, sollten andere Schritte in Erwägung gezogen werden. Regierungen könnten etwa mit lokalen Gemeinschaften zusammenarbeiten, um alternative Existenzmöglichkeiten zu schaffen und zu erhalten.

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„Die Coronavirus-Pandemie hat unsere Energie unweigerlich auf den Umgang mit der Krankheit konzentriert“, sagte Trishna Dutta von der Abteilung Wildtier-Wissenschaften der Universität Göttingen. „Aber um den nächsten Ausbruch, in welcher Form auch immer, zu verhindern, muss erkannt werden, dass sich die Beziehung des Menschen zur Natur ändern muss.“

Von epd