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Göttingen Göttinger Forscher: Wie wird über die Anwendung von Gentechnik geurteilt?
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Göttinger Forscher: Wie wird über die Anwendung von Gentechnik geurteilt?

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16:30 09.07.2021
Dr. Gesa Busch, Universität Göttingen, hat Reaktionen auf neue Züchtungsmethoden untersucht.
Dr. Gesa Busch, Universität Göttingen, hat Reaktionen auf neue Züchtungsmethoden untersucht. Quelle: Curzio Castellan
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Göttingen

Wie reagieren Menschen auf die Anwendung der Genom-Editierung – neuster molekularbiologischer Techniken zur Veränderung von DNA – in der Landwirtschaft? Welche Anwendungen werden akzeptiert und wie Risiken und Nutzen der neuen Züchtungstechnologien eingeschätzt? Ein Forscherteam der Universität Göttingen und der University of British Columbia in Vancouver (Kanada) ist diesen Fragen nachgegangen und hat Bürger in fünf verschiedenen Ländern dazu befragt.

Die Ergebnisse zeigten nur geringe Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern (Deutschland, Italien, Kanada, Österreich und USA). In allen Ländern würden Veränderungen des Genoms bei Nutzpflanzen eher akzeptiert als bei Nutztieren, so die Forscher zu den Studienergebnissen.

Starke Einschränkungen

Relativ neue Züchtungstechnologien wie die Gen-Editierung, zum Beispiel mittels der sogenannten Genschere CRISPR-Cas/9, ermöglichten viele neue Anwendungen in der Pflanzen- und Tierzucht. In der EU fällt die Technologie unter die Gesetzgebung der Gentechnik und ist damit starken Einschränkungen unterworfen. Diese Entscheidung werde jedoch kontrovers diskutiert, heißt es in einer Mitteilung der Universität.

Zwischen Juni und November 2019 befragten die Wissenschaftler rund 3700 Menschen aus fünf Ländern online zu dieser Thematik. Dazu wurden fünf verschiedene Anwendungsbeispiele der Gen-Editierung analysiert. Drei der Anwendungen bezogen sich auf Krankheitsresistenz bei Mensch, Pflanze und Tier; zwei auf unterschiedliche Ziele bei gleicher Spezies (Veränderung der Produktqualität beziehungsweise -quantität beim Rind).

Zweck der Genänderung spielt große Rolle

„Wir konnten beobachten, dass der Zweck der Genänderung eine große Rolle für die Bewertung spielt“, sagt Erstautorin Dr. Gesa Busch von der Universität Göttingen. „Wird die Technologie eingesetzt, um Tiere resistent gegen Krankheiten zu machen, ist die Zustimmung größer, als wenn die Technologie eingesetzt wird, um Leistung der Tiere zu erhöhen.“ Insgesamt hätten die Befragten aber sehr unterschiedlich auf die Anwendung der neuen Züchtungsmethode reagiert.

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Es ließen sich vier verschiedene Gruppen identifizieren: stark Befürwortende, Befürwortende, Neutrale und Ablehnende der Technologie. Die Gruppe der Ablehnenden (24 Prozent) empfinde starke Risiken und plädiere für ein Verbot der Technologie, unabhängig von möglichen Vorteilen. Die stark Befürwortenden (21 Prozent) sehen wenig Risiken und viele Vorteile, die Befürwortenden (26 Prozent) sehen viele Vorteile aber auch Risiken und die Neutralen (29 Prozent) hätten keine pointierten Meinungen zu der Thematik.

Von Christiane Böhm