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Göttingen Göttinger Forscher entdecken Super-Erden, die Leben beherbergen könnten
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Göttinger Forscher entdecken Super-Erden, die Leben beherbergen könnten 

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18:06 26.06.2020
Künstlerische Darstellung des multiplanetaren Systems der Super-Erden, das Gliese 887 umkreist Quelle: r
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Göttingen

Forscher unter Leitung der Universität Göttingen haben ein System von Super-Erde-Planeten entdeckt. Das Mehrplanetensystem umkreist den Stern „Gliese 887“, den hellsten roten Zwergstern am Himmel. Die neu entdeckten Super-Erden liegen nahe der bewohnbaren Zone des Roten Zwergs. Dort kann Wasser in flüssiger Form existieren, heißt es seitens der Universität. Die Planeten könnten Felswelten sein. Super-Erden sind Planeten mit einer Masse, die höher ist als die der Erde, aber geringer als die der Eisriesen Uranus und Neptun. Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind in der Zeitschrift Science erschienen.

Beweise für ein Leben außerhalb des Sonnensystems lassen sich nach Universitäts-Angaben am besten an nahe gelegenen Exoplaneten finden. Dabei handelt es sich um planetare Himmelskörper außerhalb des gravitativen Einflusses der Sonne, aber innerhalb des gravitativen Einflusses eines anderen Sterns oder Braunen Zwergs. Sandra Jeffers von der Universität Göttingen ist Hauptautorin der veröffentlichten Studie. Sie bekräftigt: „Diese Planeten werden die besten Möglichkeiten für detailliertere Studien bieten, einschließlich der Suche nach Leben außerhalb unseres Sonnensystems.“

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Sandra Jeffers arbeitet am Institut für Astrophysik in Göttingen. Quelle: r

Bewegungen wiesen auf Super-Erden hin

Die Wissenschaftler des sogenannten RedDots-Astronomenteams beobachteten den Roten Zwerg mit Hilfe eines Spektrografen an der Europäischen Südsternwarte in Chile. Sie verwendeten eine als „Doppler-Wobble“ bekannte Technik, mit der sie die winzigen Bewegungen des Sterns messen konnten, die durch die Gravitationskraft der Planeten verursacht werden. Die regelmäßigen Signale entsprechen Umlaufbahnen von nur 9,3 und 21,8 Tagen, was auf zwei Super-Erden – Gliese 887b und Gliese 887c – hinweist. Diese sind größer als die Erde, bewegen sich dennoch sehr schnell, viel schneller sogar als der Merkur. Wissenschaftler schätzen die Temperatur von Gliese 887c auf etwa 70 Grad Celsius, so die Universität Göttingen.

Gliese 887 ist einer der sonnennächsten Sterne, der etwa elf Lichtjahre von der Sonne entfernt ist. Er ist dunkler und etwa halb so groß wie unsere Sonne. Die bewohnbare Zone liege nach Universitäts-Angaben näher an Gliese 887, als die Erde an der Sonne. Die Forscher entdeckten zwei weitere Fakten über Gliese 887: Zum einen hat der Rote Zwerg im Gegensatz zu unserer Sonne nur sehr wenige Sternflecken. „Wäre Gliese 887 so aktiv wie unsere Sonne, würde wahrscheinlich ein starker Sternwind – ausströmendes Material, das die Atmosphäre eines Planeten erodieren kann – die Atmosphäre der neu entdeckten Super-Erden einfach hinwegfegen“, stellen die Forscher fest.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die Planeten ihre Atmosphäre behalten oder eine dickere Atmosphäre als die Erde haben und möglicherweise Leben beherbergen könnten. Außerdem sei die Helligkeit von Gliese 887 nahezu konstant. Dadurch seien die Atmosphären des Super-Erden-Systems leicht zu erkennen. Das neu entwickelte „James Webb Space-Teleskop“, Nachfolger des Hubble-Teleskops, soll dies erforschen.

Von Anja Semonjek

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