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Göttingen Göttinger Forschungsteam entwickelt Biokunststoff
Campus Göttingen

Göttinger Forscher entwickeln Bio-Plasik

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19:00 22.07.2021
Der neu hergestellte Bio-Kunststoff besteht aus hydroplastischen Polymeren, die sich bei Kontakt mit Wasser formen lassen.
Der neu hergestellte Bio-Kunststoff besteht aus hydroplastischen Polymeren, die sich bei Kontakt mit Wasser formen lassen. Quelle: Kai Zhang
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Göttingen

Göttinger Wissenschaftlern ist es gelungen, einen biologischen Kunststoff zu entwickeln. Die Vorteile: Das Material ist nachhaltig, Herstellung und Verarbeitung sind weniger energieintensiv. „Biokunststoffe wie unserer können in vielen verschiedenen Bereichen, etwa in der Biologie, Elektronik und Medizin eingesetzt werden“, sagt Prof. Kai Zhang, Leiter der Forschungsgruppe. 

Kunststoffe seien im täglichen Leben weit verbreitet, weil sie leicht, billig und anpassungsfähig seien. Allerdings würden Herstellung, Verarbeitung und Entsorgung Gesundheit und Umwelt gefährden, so die Verfasser der jetzt vorgestellten Studie. Wiederverwendbare und recycelbare Kunststoffe aus pflanzlichen Rohstoffen seien bisher nur mit großem technologischen Aufwand herzustellen gewesen.

Herstellung unter Wasser

Die Forscher der Universität Göttingen haben nun eine Methode gefunden, um einen neuen Typ von Hydroplastik mit Wasser zu verarbeiten und umzuformen: das sogenannte „Hydrosetting“. Im Gegensatz zu den aus Petrochemikalien hergestellten Kunststoffen besteht das neu entwickelte Material überwiegend aus Zellulose, dem am häufigsten vorkommenden natürlichen Polymer auf der Erde.

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Durch eine geringfügige Veränderung eines sehr kleinen Teils der Zellulose-Struktur gelang es nun, sogenanntes Cellulosecinnamat, zu produzieren. „Damit kann ein neuer Typ von Biokunststoff aus hydroplastischen Polymeren hergestellt werden, die sich bei Kontakt mit Wasser formen lassen.“ Das Material ist langfristig stabil und kann immer wieder umgeformt werden.

„Unsere Forschung liefert eine praktikable Methode, um weitere umweltfreundliche Biokunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu entwickeln“, erklärt Zhang. Das neue Verfahren kommt ohne teure und komplexe Maschinen aus, vereinfache die Herstellung von Kunststoffen erheblich und mache deren Verarbeitung und Recycling zudem umweltfreundlicher und nachhaltiger.

Von Markus Scharf