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Göttingen Göttinger Forscher fragen Europäer: Wie wichtig sind Landschaften?
Campus Göttingen Göttinger Forscher fragen Europäer: Wie wichtig sind Landschaften?
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17:19 23.01.2020
Tobias Plieninger von der Universität Göttingen ist Leiter der Studie des Forschungsteams. Quelle: R
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Göttingen

Wie wichtig sind Bürgern in Europa die Landschaften in der Umgebung für ihr Wohlbefinden? Ein internationales Forscherteam unter der Leitung der Universitäten Göttingen und Kassel hat 2000 Europäer in zehn Ländern befragt. Ziel war die Analyse des Gesundheitswerts.

Für ihr körperliches und seelisches Wohl sind „Ruhe, Friedfertigkeit und Entspannung demnach die wichtigsten Werte, welche Menschen in Europa mit der Landschaft verbinden“, teilt die Universität Göttingen mit. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift People and Nature erschienen.

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Natur „macht Menschen glücklicher und gesünder“

„Wir können in unserer Forschung feststellen, dass die sie umgebende Natur die Menschen glücklicher und gesünder macht“, sagt der Leiter der Studie, Prof. Tobias Plieninger, der eine gemeinsame Professur an den Universitäten Göttingen und Kassel innehat. „Insbesondere die Beiträge von Landschaften für die psychische und physische Gesundheit der Bevölkerung finden bislang noch viel zu wenig Beachtung in der Forschung zu Ökosystemdienstleistungen.“

Plieninger hat mit einem internationalen Team von Wissenschaftlern in einer großen Studie den Wert ermittelt, den Menschen der sie umgebenden Landschaft beimessen. Die Untersuchung ist Teil des EU-Forschungsprojekts „AGFORWARD“. Die Forscher befragten rund 2000 Menschen in zehn europäischen Ländern bezüglich ihrer Einschätzung zu Landschaften, so die Pressestelle der Universität. Die Bürger hätten 40 unterschiedliche Kategorien angegeben, „über die sich die Landschaften positiv auf ihr Wohlergehen“ auswirkten. Ruhe, Friedfertigkeit und Entspannung seien in allen Regionen am häufigsten genannt worden. Landschaften seien in den Augen der Befragten auch besonders wichtig als Begegnungsorte für Familien, Freunde und Gemeinschaften. Ebenso würden die Natur und die Ästhetik von Landschaften hoch gewertet.

Es gibt „vordefinierte Ideen von Wohlbefinden

Allerdings mache die Studie Unterschiede zwischen den Ländern im Hinblick auf den Einfluss der Landschaft auf das Wohlbefinden deutlich. „Unsere Arbeit zeigt ganz klar, dass es vordefinierte Ideen von Wohlbefinden gibt, die abhängig vom kulturellen und geografischen Kontext sind“, so Dr. Maria Garcia-Martin von der Universität Göttingen, die ebenfalls an der Studie beteiligt war.

Beispielsweise spiele die Erreichbarkeit der Landschaft durch öffentliche Infrastrukturen eine größere Rolle in den peri-urbanen, also stadtnahen, Landschaften in Schweden und der Schweiz, während die Landschaft in den südeuropäischen Untersuchungsgebieten als Ort sozialer Kontakte von hoher Bedeutung sei.

Landschaften wichtig für Planungs- und Managemententscheidungen

Die Autoren folgern, dass Landschaften Ausgangspunkt für Planungs- und Managemententscheidungen sein sollten – vor allem, um Landschaften als spezifische Orte mit speziellen Beziehungen zwischen Mensch und Natur zu erhalten. „Die vielfältigen Beziehungen von Mensch und Natur in ländlichen Räumen, ihr Gefüge und ihre Bedeutung für das Wohlbefinden der Menschen sind zentral für eine nachhaltige Landschaftsentwicklung und sollten vor Planungs- und Managemententscheidungen identifiziert und benannt werden“, sagt Dr. Mario Torralba von der Universität Kassel.

Originalveröffentlichung: Nora Fagerholm et al. Perceived contributions of multifunctional landscapes to human wellbeing: Evidence from 13 European sites. People and Nature (2020).

https://besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/pan3.10067

Von Stefan Kirchhoff

23.01.2020
21.01.2020
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