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Göttingen Göttinger Forscherin mit Primaten-Seifenoper erfolgreich
Campus Göttingen Göttinger Forscherin mit Primaten-Seifenoper erfolgreich
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17:21 24.05.2019
Mag das kreative Arbeiten für einen Science Slam: Die Verhaltensbiologin Katja Rudolph. Quelle: Böhm
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Göttingen

Vor einem guten Jahr, so erzählt Rudolph, haben sie Kollegen im Deutschen Primatenzentrum (DPZ) in Göttingen gebeten bei einem internen Science Slam mitzumachen. „Da wurden noch händeringend Mitstreiter gesucht“ erzählt sie. Rudolph hat mitgemacht und mit ihrem Vortrag „Von Liebe und Gesundheit in Larvensifakas“ gewonnen. Eine Seifenoper unter dem Motto „Schwarz-weiße Leidenschaft“ sei der Slam. Im Mittelpunkt steht der junge Sifakas-Mann Moritz, der einiges auf sich nehmen muss, um eine junge Sifakas-Frau erobern und eine Familie gründen zu können.

Die Primatenart Sifakas sind das Forschungsobjekt von Katja Rudolph Quelle: Rudolph

Rudolph ist Mitglied der Arbeitsgruppe „Sociality and Health in Primates“ am DPZ. Sie untersucht für ihre Doktorarbeit, wie sich das Sozialleben bei Primaten auf die Gesundheit auswirkt. Dafür war sie inzwischen viermal zur Feldforschung auf Madagaskar. Ihr Forschungsobjekt sind die Larvensifakas, eine kleinere Primatenart auf der Insel. Vielen, so sagt sie, sei die Primatenforschung komplett fremd. Mit ihrem Slam will sie nicht nur erklären, was sie erforscht, sondern auch warum sie das macht. Und „die großen Zusammenhänge“ aufzeigen.

Ganz schön viel Arbeit mache es, so einen Beitrag fertigzustellen, erzählt Rudolph. Mit ihrem Slam, den sie in gut drei Wochen erarbeitet hat, ist sie schon mehrfach aufgetreten. Zwei Drittel habe sie allerdings inzwischen allerdings umgestellt. Sie arbeitet viel mit visuellen Reizen, mit comicartigen Zeichnungen von Moritz und seiner Angebeteten beispielsweise. Für einen neuen Slam fehlt ihr die momentan die Zeit, denn sie will ihre Doktorarbeit in diesem Jahr fertigstellen. Momentan gehe die Auswertung der Verhaltensdaten und die Arbeit mit Proben der Sifakas im Labor vor, so Rudolph.

Nur zehn Minuten Zeit

Für den Auftritt bei der Ideen-Expo wird sie ihren Vortrag so lassen „wie er jetzt ist“. Zehn Minuten darf sie reden. „Die zehn Minuten zu halten, ist echt schwer“, sagt die Wissenschaftlerin. Einerseits wolle sie ja möglichst viele Informationen in den Beitrag bekommen und gute Witze drin lassen. Andererseits sei es nicht leicht zu berechnen, wieviel Zeit die Reaktionen des Publikums einnehmen: „Die klatschen ja auch.“ Dann könne es schnell über die zehn Minuten gehen. Bei manchen Veranstaltungen werde dann einfach abgebrochen, so Rudolph. Bei den meisten bekomme man aber ein Zeichen, dass die zehn Minuten um sind, dann habe man noch eine Minute, um zum Ende zu kommen.

Sie habe so viel Freude am Slam und an der Ausarbeitung, dass sie sich eine Arbeit im Bereich der Wissenschaftspräsentation gut vorstellen kann. „Ich mag das kreative Arbeiten“, sagt die Verhaltensbiologin. Es sei ihr schon als Schülerin wichtig gewesen, bei einem Vortrag unterhaltsame Momente einzubauen.

Kollegen fiebern mit

Das Finale in Hannover wird etwas besonderes. „Ich kenne zwei der anderen Teilnehmer, die sind wirklich gut“, sagt sie. Nervös sei sie, „aber wenn ich losrede, geht die Anspannung runter.“ Und froh wäre sie, wenn die Veranstalter nicht so viele Vorgaben machen, es locker zugeht.

Ihre Kollegen drücken ihr die Daumen und fiebern mit. Und das, obwohl die meisten den Slam gar nicht verstehen. „Viele Kollegen sprechen kein Deutsch“, erzählt Rudolph. Forschungssprache ist am DPZ Englisch.

Science Slam bei der Ideen-Expo

Die Wissenschafts- und Technikmesse für Jugendliche und junge Erwachsene rund um das Thema Berufsorientierung und Fachkräftesicherung bietet vom 15. bis 23. Juni Live-Experimente, Workshops, Bühnenshows und Interaktion. „Wissenschaft im Kurzformat“ heißt es am 21. Juni bei der Ideen-Expo. Beim diesjährigen Science Slam treten sieben junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gegeneinander an und präsentieren ihre Forschungsergebnisse in zehnminütigen unterhaltsamen Vorträgen. Am Ende entscheidet das Publikum, wer gewinnt.

Von Christiane Böhm

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