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Göttingen Göttinger Forscherteam: Hummeln profitieren vom Ackerbohnenanbau
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Göttinger Forscherteam: Hummeln profitieren vom Ackerbohnenanbau

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08:00 14.09.2020
Eine Hummel (Bombus hortorum) sammelt Nektar an einer Ackerbohnenblüte.
Eine Hummel (Bombus hortorum) sammelt Nektar an einer Ackerbohnenblüte. Quelle: Nicole Beyer
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Göttingen

Rund ein Drittel der Direktzahlungen, die Landwirte erhalten, müssen mit gewissen Greening-Maßnahmen verknüpft sein, um die Artenvielfalt zu fördern. Dabei erfreut sich der Anbau von stickstofffixierenden Hülsenfrüchte großer Beliebtheit. Er ist allerdings nicht unumstritten, da der Nutzen für die biologische Vielfalt noch keineswegs geklärt sei, heißt es in einer Mitteilung der Universität Göttingen. Ein Team der Universität Göttingen, des Julius-Kühn-Instituts und des Thünen-Instituts in Braunschweig hat untersucht, ob Wildbienen durch den Anbau der Ackerbohne unterstützt werden.

Heraus kam, dass Hummeln vom Ackerbohnenanbau profitieren. Andere Wildbienen sind hingegen auf die Existenz von halbnatürlichen Lebensräumen angewiesen. Für die Untersuchung erfassten die Forscher Wildbienen in verschiedenen deutschen Agrarlandschaften. Dabei wurde in einer Hälfte der Landschaften konventionell bewirtschaftete Ackerbohnen angebaut. In der anderen Hälfte gab es hingegen keine Bohnenfelder.

„Der Nektar der Ackerbohne ist tief in den Blüten verborgen und nur für größere Bienen mit langen Zungen, wie Hummeln, leicht zugänglich. Deshalb wollten wir untersuchen, wie Wildbienengruppen, die sich in ihrer äußeren Gestalt unterscheiden, auf den Anbau von Ackerbohnen reagieren und ob sie davon profitieren können“, sagt Erstautorin Nicole Beyer aus der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität der Universität Göttingen.

Nicole Beyer. Quelle: Chabi

Von naturnahen Lebensräumen profitiert

Dabei brachten die Ergebnisse der Studien zutage, dass sich in den Ackerbohnenlandschaften mehr als doppelt so viele Hummeln befanden wie in den Landschaften ohne Bohnen. Andere Wildbienen wurden durch den Bohnenanbau nicht beeinflusst. Diese profitierten hingegen von einem hohen Anteil an naturnahen Lebensräumen.

„Mit unserer Studie konnten wir eindrücklich zeigen, dass auch durch Maßnahmen in Kulturflächen bestimmte Bienenarten gefördert werden können. Allerdings hängt der Nutzen stark von den Merkmalen der Kulturpflanzen und Bestäuber ab. Um ein möglichst breites Artenspektrum zu fördern, schlagen wir eine Kombination von Maßnahmen vor: den Anbau von verschiedenen blühenden Ackerkulturen wie Ackerbohnen und die Förderung beziehungsweise den Erhalt von halbnatürlichen Lebensräumen mit einem vielfältigen Blütenangebot und Nistplätzen für viele andere Wildbienen“, folgert Prof. Dr. Catrin Westphal, Leiterin der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität der Universität Göttingen.

Von vw/r