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Campus Göttingen Göttinger Hochschulgruppe sucht Stammzellspender
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09:04 20.03.2018
Wollen am 28. Mai in Göttingen Stammzellenspender registrieren: Mit Wattestäbchen: Tania Horst, Pavel Heller und Niklas Filhol.
Wollen am 28. Mai in Göttingen Stammzellenspender registrieren: Mit Wattestäbchen: Tania Horst, Pavel Heller und Niklas Filhol. Quelle: Michael Caspar
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Göttingen

Der Göttinger Verein Aias hat dem Blutkrebs den Kampf angesagt. Derzeit bereiten die acht Mitglieder, alles Studierende, einen Aktionstag zur Registrierung von Stammzellenspendern vor. Er soll am Montag, 28. Mai, im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes stattfinden. Sponsoren und Helfer werden gesucht.

„Alle 15 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs“, berichtet der angehende Wirtschaftsinformatiker Niklas Filhol (20). Jeder siebte Patient müsse sterben, da sich für die notwendige Stammzellenspende niemand mit der gleichen Gewebemerkmal-Kombination finde. Die Chancen stiegen, wenn sich mehr Menschen bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren ließen.

Erster Aias-Verein entstand in München

„Der Fall einer jungen, an Leukämie erkrankten Frau veranlasste Münchner Studierende dazu, 2013 den ersten Aias-Verein zu gründen“, berichtet Filhol. Kurz darauf hätten Hamburger, die er persönlich kenne, ebenfalls so einen Verein ins Leben gerufen. Die Vision: Alle Studierenden in Deutschland sollten sich registrieren lassen.

Als Filhol 2017 zusammen mit seinem ebenfalls aus Hamburg stammenden Kommilitonen Pavel Heller (20) zum Studieren nach Göttingen kam, suchten sie bereits während der Orientierungsphase nach Gleichgesinnten. Damals kam Tania Horst (20) dazu, die Jura studiert. „Ich hatte mich zuvor noch nie mit dem Thema beschäftigt“, bekennt sie. Sie gründeten im Dezember den Verein, den 25. in Deutschland.

Wattestäbchen

Derzeit bereitet die Hochschulgruppe ihre erste Registrierungsaktion vor. 1000 bis 3000 Kommilitonen wollen sie gewinnen. „Unsere Mitarbeiter entnehmen mit einem Wattestäbchen eine Probe aus dem Mund“, erläutert Mona Zimmermann, die bei der DKMS für für die Spenderneugewinnung an Hochschulen zuständig ist. Zusammen mit der Aufnahme der Personalien dauere das fünf Minuten. Nach zwölf Wochen erhielten Teilnehmer einen Spenderausweis. „30.000 Studierende ließen sich seit 2013 auf Initiative von Aias registrieren“, sagt Filhol. „Im vergangenen Jahr fanden wir 30 Prozent der neu registrierten Studierenden mit Hilfe von Aias“, hebt Zimmermann die Bedeutung von Aias hervor.

„Erfasst wird nicht die komplette genetische Information“, betont die DKMS-Mitarbeiterin. Sie benötigten lediglich eine Reihe von Gewebemerkmalen. Die Daten würden nur anonymisiert an Dritte weitergegeben. Bisher hätten 100 der über AIAS registrierten Studierenden am Ende auch Stammzellen gespendet.

„Vor der Entnahme macht ein Arzt noch einmal eine Blutprobe, um sicherzustellen, dass der Spender wirklich ein genetischer Zwilling ist“, führt Filhol, der angehende Wirtschaftsinformatiker, aus. Sei das der Fall, nehme der Spender eine Woche lang Medikamente ein. Die Entnahme erfolge während einer mehrstündigen Dialyse. Sie sei nicht unangenehmer als eine Blutspende.

Kontakt zum Empfänger der Stammzellenspende

„Mögliche Nebenwirkungen sind Übelkeit, Fieber und eine Grippe“, erläutert Heller, der Politik und Religion auf Lehramt studiert. Das sei der Preis, um einem anderen Menschen die Chance auf ein Weiterleben zu geben. Ein Jahr nach der Stammzellenspende sei die Aufnahme eines Briefkontakts zum Empfänger möglich, zwei Jahre später ein Treffen. Die ersten Aias-Spender hätten das zwischenzeitlich getan.

30 bis 40 Helfer gesucht

Derzeit bereitet die Göttinger Aias-Gruppe ihre erste Registrierung vor. „Wir benötigen 30 bis 40 Helfer“, sagt Heller. Die ersten hätten sie gefunden. Außerdem suchten sie für die rund 5000 Euro teure Aktion noch Sponsoren. Auch Sachspenden, etwa Geschenke für die Spender, seien willkommen.

Kontakt: Niklas Filhol, Tel. 0176/84208443.

Von Michael Caspar

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