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Göttingen Kieferchirurgie-Koryphäe Prof. Luhr ist gestorben
Campus Göttingen Kieferchirurgie-Koryphäe Prof. Luhr ist gestorben
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16:11 17.01.2020
Prof. Dr. Hans-Georg Luhr ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Quelle: r
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Göttingen

Im Alter von 87 Jahren gestorben ist Prof. Dr. Hans-Georg Luhr. Von 1978 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 hat Luhr die Kieferchirurgie-Abteilung am Universitätsklinikum Göttingen geleitet sowie den Lehrstuhl für Kieferchirurgie bekleidet.

Luhr gilt als Pionier der Osteosynthese, eines operativen Verfahrens zur Behandlung von Knochenbrüchen mit Hilfe von Schrauben, Nägeln, Platten und Drähten. Nach der Kieferchirurgie-Koryphäe ist das Luhr-Micro-System benannt worden. Dieses kleinste Knochenfixationssystem der Welt hat Luhr in seiner Zeit als Direktor der Kieferchirurgie entwickelt. Internationale Anerkennung haben dem Träger der Albrecht-von-Haller-Medaille – der höchsten Auszeichnung der Medizinischen Fakultät – nach Angaben der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) auch die Entwicklung der Plattenosteosynthese zur Behandlung von Gesichtsfrakturen und die Therapie angeborener Gesichtsfehlbildungen verschafft.

Habilitation im Fach Kieferchirurgie

Nach seinem Humanmedizin-Studium in Marburg, München und Bonn sowie seinem Zahnmedizinstudium in Bonn hat Luhr zunächst als Schiffsarzt gearbeitet und eine Zahnstation in Westafrika geleitet. Nach einer Zwischenstation in der Pathologie am Universitätsklinikum Bonn ist Luhr 1963 mit Beginn der Facharztausbildung in die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eingestiegen. In der Nordwestdeutschen Kieferklinik in Hamburg wurde Luhr 1969 zum Oberarzt ernannt und habilitierte im selben Jahr im Fach Kieferchirurgie.

1978 nahm Luhr dann den Ruf auf den Lehrstuhl der Göttinger Uni an und leitetete bis zu seiner Emeritierung vor 20 Jahren die kieferchirurgische Abteilung. In dieser Zeit hat er die Bettenstation der Zahnklinik in eine leistungsfähige innovative Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie umgestaltet, teilt die UMG mit und nennt als Forschungsschwerpunkt die bis in die 1970er-Jahre hinein noch kaum etablierte Osteosynthese des Gesichtsschädels. Besondere Berücksichtigung habe dabei die Traumatologie sowie die Tumor- und Wiederherstellungschirurgie gefunden. Viele Chirurgen aus aller Welt, die Schädelfrakturen und -Fehlbildungen behandelten, seien zur Fortbildung in die Göttinger Uniklinik gekommen.

Martin-Wassmund-Preis erhalten

Die UMG trauert um „einen sehr engagierten Arzt, begeisterten Hochschullehrer und national wie international beachteten Wissenschaftler“. Für seine Habilitationsschrift über Unterkiefer-Frakturen erhielt Luhr den Martin-Wassmund-Preis der Deutschen Gesellschaft für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, 2013 ehrte ihn die Medizinische Fakultät in Göttingen mit der Albrecht-von-Haller-Medaille. Luhr engagierte sich auch in Kommissionen und Planungsausschüssen in der akademischen Selbstverwaltung der Medizinischen Fakultät.

Von Kuno Mahnkopf

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