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Göttingen Göttinger Klinikum hat jetzt zwei Da Vinci-Roboter
Campus Göttingen Göttinger Klinikum hat jetzt zwei Da Vinci-Roboter
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20:34 19.12.2017
Der Göttinger Chirurg Marian Grade erklärt den neuen Operationsroboter Da-Vinci XI.Foto: Quelle: Bänsch
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Göttingen

Bereits seit 2013 kommt der Operationsroboter Da-Vinic vor allem an der Urologischen Klinik der Universitätsmedizin Göttingen zum Einsatz. Mit Erfolg, das belegen die kontinuierlich gestiegenen Fallzahlen auf mehr als 400 Operationen im Jahr 2017. Jetzt bekommt der mittlerweile interdisziplinär genutzte Da-Vinci Gesellschaft. Mit dem Da-Vinci XI gesellt sich ein Operationsroboter der neuen Generation ins Portfolio der Göttinger Chirurgie. Vier große Arme hat Da Vinci. Mit ihnen kann der Operateur über ein dreidimensionales Operationsbild Eingriffe am menschlichen Körper durch klitzekleine Schnitte, sogenannte „minimalinvasive Operationen“ durchführen.

Vorstellung des neuen OP-Roboters in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Quelle: Bänsch

Die Finanzierung des zweiten Operationsroboters in Göttingen wäre ohne private Spenden nicht möglich gewesen. Der Betrag von rund 420 000 Euro kam aus Großspenden (200 000 Euro) und Nachlässen für die medizinische Forschung (213 000 Euro) zusammen. Im Rahmen einer feierlichen Enthüllung der Spendertafel dankte am Dienstag Prof. Heyo K. Kroemer, Sprecher des Vorstandes der UMG den Großspendern. „Für die UMG ist die Anschaffung des Da-Vinci XI ein wesentlicher Fortschritt“, erläutert Kroemer. In der Krankenversorgung können damit ab sofort operative Eingriffe durchgeführt werden, die bisher nicht möglich waren. Auch für die Ausbildung sei der Da-Vinci ausgezeichnet geeignet, weil ein zweiter Chirurg oder ein Student die Operation am einem Bildschirm mitverfolgen kann. „Wir werden den Bereich der roboterassistierten Chirurgie systematisch weiter ausbauen“, kündigte Kroemer an.

Ehrung der Förderer des Da-Vinci XI in der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit Prof. Michael Ghadimi, Prof. Heyo K. Kroemer, Dr. Andreas Büchting, Rainer Hald und Martin Siess (v.l.) Quelle: Bänsch

Das Da-Vinci-Operationssystem wurde in den USA entwickelt. Die Anfänge der Medizinrobotik liegen im amerikanischen Militärwesen. Man wollte verwundete Soldaten oder sogar Astronauten auf Distanz mit Robotern operieren. Seit dem Jahr 2000 wird das System in der Medizin eingesetzt. Ähnlich wie bei der herkömmlichen Bauchspiegelung werden bei der Da-Vinci Operationsmethode die Instrumente über kleinste Zugänge in den Bauchraum eingeführt. „Die Bewegungen des Operateurs können dabei auf kleinstem Raum völlig zitterfrei und in höchster Präzision erfolgen.“, sagt Prof. Lutz Trojan Direktor der Klinik für Urologie der UMG. Die Vorteile seien weniger Schmerzen, weniger Blutverlust und schnelle Erholung des Patienten. Das System besteche zudem durch seine einfache Handhabung. Der Operateur lerne intuitiv und sehr schnell mit dem Operationsroboter umzugehen. Für den Chirurgen bestehe zudem der Vorteil , dass er komplexe Bewegungen durchführen könne, die mit der Hand nicht möglich wären. Zudem sei das System über die Dauer einer Operation weniger anstrengend für den Chirurgen.

„Mit der Roboterchirurgie für verschiedene Fächer wie Urologie, Viszeralchirurgie auch die Thoraxchirurgie, Gynäkologie, Herz und Gefäßchirurgie Unfallchirurgie sowie die plastische Chirurgie hat die UMG ein klares Alleinstellungsmerkmal in Niedersachsen, im Bezug auf die Universitätskliniken“, betont Prof. Michael Ghadimi, Direktor der Klinik für Allgemein- ,Viszeral- und Kinderchirurgie. Mit der Anschaffung des Da-Vinci XI implementiere das Team der Göttinger Chirurgen zudem innovative Operationstechniken, die zum Teil über die verschiedenen Disziplinen der Medizin hinausreichen.

Von Bernard Marks

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