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Göttingen Göttinger „Leibniz-WissenschaftsCampus Primatenkognition“ erhält Förderung für kommende vier Jahre
Campus Göttingen Göttinger „Leibniz-WissenschaftsCampus Primatenkognition“ erhält Förderung für kommende vier Jahre
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18:44 18.05.2020
Wie Schimpansen und andere Primaten sozial interagieren, erforscht der „Leibniz-WissenschaftsCampus Primatenkognition“ in Göttingen. Quelle: picture alliance / dpa
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Göttingen

Der „Leibniz-WissenschaftsCampus Primatenkognition“ hat eine Förderung für die kommenden vier Jahre erhalten. Im Wettstreit von 21 Standorten konnten sich neun Einrichtungen durchsetzen, darunter der Göttinger WissenschaftsCampus.

Den erneuten Erfolg in einem hochkarätigen Wettbewerb sieht Julia Fischer, Professorin der Universität Göttingen und Abteilungsleiterin am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) – Leibniz-Institut für Primatenforschung, als Anerkennung und Ansporn. „Wir können auf unseren vielfältigen Vorarbeiten aufbauen. In den nächsten vier Jahren wollen wir die Integration der Datenwissenschaften vorantreiben – nur die Betrachtung unserer Fragen aus verschiedenen Blickwinkeln erlaubt es uns, ein umfassendes Verständnis von Sozialverhalten und Intelligenz von Primaten zu erzielen.“

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Rhesusaffe (Macaca mulatta) im Außengehege des Deutschen Primatenzentrums. Quelle: r

Wie Menschen und Primaten sozial untereinander interagieren

Die Wissenschaftler untersuchen das Sozialleben von Menschen und nicht-menschlichen Primaten. Worauf die nächsten Verwandten des Menschen in sozialen Beziehungen achten, welche Bedeutung Emotionen für sie haben und auf welcher Basis die Affen soziale Entscheidungen treffen, steht im Fokus. Seit 2015 widmet sich die Forschungsstelle diesen Fragen. „Die Idee der WissenschaftsCampi ist es, die lokale Zusammenarbeit zwischen Leibniz-Instituten und Universitäten zu stärken“, sagt Julia Fischer. Als Professorin der Universität Göttingen und Abteilungsleiterin am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) – Leibniz-Institut für Primatenforschung leitet sie den Campus.

„Uns ist diese Integration von Beginn an sehr gut gelungen. Heute beteiligen sich Feldforscher, Neurowissenschaftler, Psychologen, Mediziner und Sprachwissenschaftler“, sagt Fischer. Interdisziplinäre Projekte seien sehr anspruchsvoll und nicht einfach in Gang zu setzen. „Wir haben deshalb versucht, eine Lücke zu schließen und ein eigenes Förderprogramm entwickelt“.

Ein Schimpanse gähnt. Quelle: dpa

Kooperativer und interdisziplinärer Geist

Die Mitglieder könnten sich im Team um Anschubfinanzierungen bewerben, die vielversprechendsten Projekte unterstützen wir“, erklärt Hannes Rakoczy, Entwicklungspsychologe an der Universität und gemeinsam mit Fischer im Direktorium des Campus. „Das Konzept trägt Früchte: Die Gutachter waren beeindruckt, welchen kooperativen und interdisziplinären Geist wir in Göttingen etablieren konnten.“

Wichtig für die Göttinger Wissenschaftler sei zudem der Ausbau der gemeinsam genutzten Infrastruktur. So investieree der Campus in die Neuentwicklung modernster Experimentalplattformen. „Unsere Plattformen machen es möglich, soziale Interaktionen von Affen und Menschen in bislang unerreichter Genauigkeit und Datenvielfalt experimentell zu untersuchen“, berichtet Stefan Treue, Direktor des Deutschen Primatenzentrums. „Die Gutachter bestätigen uns, dass wir ein exzellentes wissenschaftliches Umfeld geschaffen haben, die Forschungsprogrammatik und die vorhandene Infrastruktur wurden als einmalig bewertet.“

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Von Lea Lang