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Göttingen Pferdehaltung in Zahlen
Campus Göttingen Pferdehaltung in Zahlen
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15:23 29.05.2017
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Göttingen

Primär stand aber die Frage, wie viel Anteil an Grünland in Deutschland eigentlich für Pferdehaltung genutzt wird, für Schmitz schon länger im Raum. So versammelte die Pferdewissenschaftlerin die Agrarwissenschaftsstudenten Joyce Dingfeld, Julius Maulhardt, Julia Carolin Florek, Claus Recktenwald, Celine Brinsa und Cecilia Hüppe um sich. „Die Gruppe hat die Fragestellungen erst vertieft und mit Leben gefüllt“, sagt Schmitz angesichts ihres motivierten Teams mit ganz unterschiedlichen Studienschwerpunkten.

Als erstes erstellten sie gemeinsam Onlinefragebögen über Pferdehaltung und Weidenutzung für Einstaller und Betriebe. Einem Hofbesuch und Gespräch mit einem Weidemanager in Bettenrode folgte die Feldphase des Fragebogens, für die die Truppe sich nicht scheute, Fachzeitschriften und Verbände anzuschreiben sowie „sämtliche Medienpräsenz zu bedienen – ein Hoch auf Social Media“, erinnert sich Schmitz augenzwinkernd angesichts ihres großen Engagements, die Werbetrommel zu rühren. Ein sehr guter Rücklauf war die Belohnung für die Öffentlichkeitsarbeit.

Mehr Infos zu nachhaltiger Grünlandwirtschaft

Die Betriebe durften sich außerdem glücklich schätzen, dass die Projektgruppe Futterproben ihrer Wiesen kostenlos analysierte. „Wir haben die Proben den Fragebögen zugeordnet und per Infrarotspektroskopie auf Inhaltsstoffe wie Proteine und Energiegehalt analysiert“, erklärt Brinsa. Diese Daten fasste das Team zusammen und spiegelte den Betrieben zurück, „in welchem Bereich sie sich bewegen und wie sie ihre Futterqualität anpassen können. Die Ergebnisse wurden freudig in Empfang genommen“, resümiert Recktenwald das außerordentliche Interesse der Teilnehmer an den Ergebnissen.

Nicht nur die Betriebe profitierten von der Forschung des FoLL-Teams. Auch das Projekt konnte durch den Fragebogen nun essentielle Fragen beantworten: Auf 12,4 Prozent  der Grünlandfläche in Deutschland werden Pferde gehalten. „92 Prozent der Teilnehmer wünschen sich mehr Infos zur nachhaltigen Grünlandwirtschaft“, so Dingfeld.

Für das Team habe sich so ein klarer Forschungsauftrag aufgetan. Wie viele Pferde es nun in Deutschland gibt, konnten die Studierenden allerdings auch durch eine ausdauernde Telefonrecherche bisher nicht klären. Trotzdem: „Das Recherchieren der Daten zum Pferdebestand hat Spaß gemacht. Forschung braucht halt Zeit“, so Dingfeld.

Fragebögen erstellen, ein Geoinformationssystem bedienen, Öffentlichkeits- und Teamarbeit sowie Zeitmanagement mit weiteren Studienprüfungen im Nacken: „Die Studierenden haben durch das Projekt fürs Studium und fürs Leben gelernt“, lautet Schmitz Fazit. 

Vor allem wurde bei den Studierenden die Freude an der Empirie geweckt. „Wissenschaftlich mit den Daten herumzuspielen und zu schauen, was passiert, wenn man an kleinen Stellschrauben dreht, ist zeitintensiv, macht aber auch einfach Spaß“, bringt es Recktenwald auf den Punkt.  

Von Katharina Kilburger