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Göttingen Uni-Klausur wiederholen? „Gesundheitliche Gründe“ reichen als Begründung nicht aus
Campus Göttingen Uni-Klausur wiederholen? „Gesundheitliche Gründe“ reichen als Begründung nicht aus
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18:13 08.05.2019
Das Landgericht Göttingen hat die Klage einer Studentin abgelehnt. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Wer wegen Erkrankung einer Prüfung fernbleibt, muss spätestens vor Beginn der Prüfung ein aussagefähiges ärztliches Attest vorlegen. Anderenfalls gilt diese als nicht bestanden. Das hat das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden. Das Gericht wies damit die Klage einer Studentin der Zahnmedizin gegen die Universität Göttingen ab. Die Studentin wollte die Hochschule dazu verpflichten, nach zweimaligem Scheitern die Prüfung im Fach „Praktikum der Biochemie/Molekularbiologie“ ein weiteres Mal wiederholen zu dürfen. Die Universität hatte dies abgelehnt, weil sie sich zum dritten Termin krankgemeldet hatte, das von ihr vorgelegte ärztliche Attest aber nicht als Entschuldigung anerkannt wurde. Das Gericht gab der Hochschule Recht. Die Studentin habe keinen Anspruch auf Wiederholung der Prüfung (Aktenzeichen 4 A 334/17).

Attest entsprach nicht Anforderungen der Studienordnung

Die Studentin hatte beim ersten Versuch nur 15 Punkte erreicht. Um die Prüfung zu bestehen, wären mindestens 21 Punkte erforderlich gewesen. Beim zweiten Versuch erzielte sie 18 Punkte. Einen Tag vor dem nächsten Klausurtermin meldete sie sich krank. Sie legte ein Attest vor, in dem stand, dass sie „aus gesundheitlichen Gründen nicht an einer Prüfung teilnehmen“ könne. Die Universität teilte ihr per E-Mail mit, dass dieses nicht den Anforderungen der Studienordnung entspreche. Die Studentin solle deshalb unverzüglich ein Attest vorlegen, in dem die gesundheitliche Beeinträchtigung und die Auswirkungen auf die Prüfungsteilnahme beschrieben seien.

Nachdem die Studentin darauf nicht reagiert hatte, teilte ihr die Universität mit, dass sie die zweite Wiederholung nicht bestanden habe. Damit sei das Praktikum endgültig nicht bestanden. Die Studentin legte gegen diesen Bescheid Widerspruch ein und legte zudem ein ergänztes Attest vor. Die Universität blieb indes bei ihrer Entscheidung. Daraufhin zog sie vor Gericht.

Diagnose fehlte

Dort zog sie allerdings den Kürzeren. Das Gericht verwies darauf, dass die Studentin ihre Nichtteilnahme an der Prüfung nicht hinreichend entschuldigt habe. In dem Attest werde weder eine Diagnose genannt noch seien die Auswirkungen der Erkrankung beschrieben worden. Außerdem sei das ergänzte Attest erst mehr als drei Monate nach der Klausur und damit nicht unverzüglich eingereicht worden.

Die Studentin hatte die späte Reaktion damit begründet, dass die Hochschule die Aufforderung nicht an ihre private, sondern an ihre Universitäts-E-Mail-Adresse geschickt habe. Diesen Account nutze sie jedoch gar nicht. Sie sei dazu auch nicht verpflichtet, deshalb könne die E-Mail keine rechtliche Wirkung entfalten. Dieses Argument ließ das Gericht nicht gelten. Die von der Universität bereitgestellte E-Mail-Adresse, die für alle Hochschulangehörigen gleichartig gebildet werde, diene der einfachen und schnellen Kommunikation innerhalb der Universität. Es könne nicht erwartet werden, dass die Universität private E-Mail-Adressen nutze, deren Aktualität nicht zuverlässig festgestellt werden könne.

Von Heidi Niemann

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