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Göttingen Ostbeauftragte distanziert sich
Campus Göttingen Ostbeauftragte distanziert sich
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12:27 27.07.2017
Quelle: epd
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Dresden/Göttingen

Die Untersuchung habe ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt, heißt es in einem Schreiben Gleickes an die verantwortlichen Autoren der Universität Göttingen, aus dem die in Dresden erscheinende "Sächsische Zeitung" (Donnerstag) zitiert. Grund seien mangelnde Sorgfalt und Schlamperei.

Die Untersuchung war Mitte Mai veröffentlicht worden. Wissenschaftler des Göttinger Instituts für Demokratieforschung hatten von Mai bis Dezember 2016 unter anderem über Einzelinterviews die sächsischen Städte Freital und Heidenau sowie den Erfurter Stadtteil Herrenberg untersucht. Als zentrales Ergebnis konstatierten sie eine besondere Anfälligkeit Ostdeutscher für rechtsextremistisches Gedankengut. Nach Veröffentlichung der Studie war Kritik an ihrer Methodik und an zweifelhaften Nachweisen laut geworden.

Gleicke hatte die Autoren zunächst verteidigt. In ihrem Brief schreibt sie laut Zeitung nun, in einem Interview seien "ganz offensichtlich nicht belegbare bloße Aussagen eines anonymen Akteures als Tatsachen dargestellt worden". Daraufhin hätten die Autoren den Namen des Betroffenen aus einer aktualisierten Fassung der Studie gestrichen.

Dieser Mangel an Sorgfalt sei "mit den Grundsätzen wissenschaftlichen Arbeitens nicht zu vereinbaren und zum anderen ein klarer Beleg für eine schlicht nicht hinnehmbare Schlamperei", schrieb Gleicke laut Bericht. Die Studie habe "jeden Wert für die dringend notwendige gesellschaftspolitische Debatte über die Ursachen des Rechtsextremismus in Ostdeutschland verloren". epd