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Göttingen Stefan Hell und Erwin Neher werden Ehrenmitglieder der IUPS
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​Göttinger Wissenschaftler Stefan Hell und Erwin Neher werden Ehrenmitglieder der IUPS

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16:38 08.07.2021
Prof. Stefan Hell (links) und Prof. Erwin Neher
Prof. Stefan Hell (links) und Prof. Erwin Neher Quelle: Irene Böttcher-Gajewski / Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie
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Göttingen

Drei Ehrenmitglieder hat die International Union of Physiological Sciences (IUPS) in diesem Jahr ernannt, darunter zwei Wissenschaftler am Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie in Göttingen: die Nobelpreisträger Stefan Hell und Erwin Neher. Beide wurden für bahnbrechende Forschungsarbeiten mit großer Bedeutung für das Gebiet der Physiologie ausgezeichnet.

Mit der von ihm entwickelten Sted-Mikroskopie überwand Hell als erster die Beugungsgrenze des Lichts und revolutionierte damit die Fluoreszenz-Lichtmikroskopie. Bis dahin glaubte man, dass die Trennschärfe von Lichtmikroskopen physikalisch auf etwa 200 Nanometer (Millionstel Millimeter) begrenzt sei. Sted erreichte erstmals eine Auflösung von bis zu 20 Nanometern, rund zehn Mal schärfer als herkömmliche Mikroskope. Für diesen Durchbruch erhielt der Physiker 2014 den Nobelpreis für Chemie. Seither konnte der Max-Planck-Forscher die Auflösung noch einmal um das Zehnfache steigern: Seine weiteren Entwicklungen Minflux und Minste, die beide auf dem ursprünglichen Sted-Prinzip aufbauen, erreichen eine Auflösung von wenigen Nanometern. Damit lassen sich benachbarte Moleküle optisch voneinander trennen – schärfer geht es nicht. So ist es erstmals möglich, einzelne Moleküle in lebenden Zellen lichtmikroskopisch sichtbar zu machen und zu verfolgen. Dies bietet neue Perspektiven für zellbiologische, physiologische und medizinische Fragestellungen.

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Physiker Neher entwickelte gemeinsam mit Bert Sakmann 1976 eine Methode, mit der sie erstmals den schwachen elektrischen Strom messen konnten, der durch einzelne Ionenkanäle in Nervenzellen fließt – die sogenannte Patch-Clamp-Technik. Dafür wurden die Wissenschaftler 1991 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet. Ionenkanäle sind porenbildende Proteine in der äußeren Membran lebender Zellen. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Signalweiterleitung im Nervensystem, sind aber keine reine „Nervensache“. Auch Blut-, Immun- und Leberzellen nutzen Ionenkanäle zur Kommunikation. Die Patch-Clamp-Technik revolutionierte die elektrophysiologische Forschung und wird heute standardmäßig in Labors weltweit eingesetzt. Mithilfe dieser Methode wurde die Ursache einer Reihe von Krankheiten bekannt, die auf fehlerhaft arbeitenden Ionenkanälen beruhen, darunter Mukoviszidose – eine Stoffwechselerkrankung der Bronchien.

„Ich fühle mich geehrt, dass mich die IUPS in den Kreis der Honorary Fellows berufen hat“, sagte Hell, Direktor der Abteilung NanoBiophotonik am MPI für biophysikalische Chemie. Emeritus-Direktor Neher, Leiter der Emeritus-Gruppe Membranbiophysik am Institut, fügt hinzu: „Da ich in den späten 1980er-Jahren Vizepräsident der IUPS war und mich der Gesellschaft sehr verbunden fühle, freut mich diese Auszeichnung besonders.“ Außer Hell und Neher wurde auch der Nobelpreisträger Peter C. Agre von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health (USA) in den Kreis der IUPS-Ehrenmitglieder aufgenommen.

Von red