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Göttingen Artenvielfalt hängt vom Klimawandel ab
Campus Göttingen Artenvielfalt hängt vom Klimawandel ab
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19:03 27.03.2019
Göttinger Wissenschaftler forschen am Kilimandscharo Quelle: r
Göttingen

Die Landnutzung in tropischen Bergregionen führt zu starken Veränderungen in der Artenvielfalt und in natürlichen ökologischen Funktionen. Wie intensiv die Veränderungen sind, hängt stark vom Klima ab: Das hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Göttingen herausgefunden. Die Ergebnisse sind nach Angaben der Uni Göttingen in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Sechs Jahre lang sammelten 50 Forschende aus 30 Universitäten und Forschungsinstituten aus Deutschland, Tansania, der Schweiz, Dänemark und Südafrika unter Leitung der Universität Würzburg Daten auf dem Kilimandscharo. Er ist mit 5.895 Metern der höchste Berg Afrikas und durch seine Höhe in seiner Pflanzen- und Artenvielfalt sehr abwechslungsreich. Während im Tiefland überwiegend Mais angebaut wird, bewirtschaften die Menschen in mittleren Höhenlagen Mischsysteme aus Kaffee und Wald oder Grünland für die Weideviehhaltung.

„Wir haben die Biomasse des Feinwurzelsystems untersucht“, beschreibt Dr. Dietrich Hertel aus der Abteilung Ökologie und Ökosystemforschung der Universität Göttingen sein Teilprojekt. Hertel und die Doktorandin Natalia Sierra Cornejo erhoben unter anderem auf Waldflächen und Maisfeldern im Bereich der Savanne Daten über Wurzeln, die dünner als zwei Millimeter Durchmesser und die für die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Pflanzen verantwortlich sind. Dr. Joscha Becker aus der Abteilung Physische Geographie sammelte gemeinsam mit Dr. Holger Pabst (ehemals Ökopedologie der Gemäßigten Zonen) Daten zu Bodeneigenschaften wie pH-Wert, Kohlenstoff-Stickstoff- und Stickstoff-Phosphor-Verhältnissen auf dem Kilimandscharo. „Diese Eigenschaften gelten unter anderem als Indikatoren für die Verfügbarkeit von Nährstoffen in einem Ökosystem“, erläutert Becker.

Die Ergebnisse aller gesammelten Daten zeigen, dass die Landnutzung zu einem starken Verlust der Artenvielfalt und einer starken Veränderung von Ökosystemfunktionen tropischer Berge führt. Diese Veränderungen fallen in verschiedenen Höhenzonen jedoch unterschiedlich stark aus. „In der Savannenzone am Fuß des Berges gehen selbst bei moderater Landnutzung bis zu 50 Prozent der Arten verloren und die Funktionalität von Ökosystemen zeigt starke Veränderungen. Die Ökosysteme mittlerer Höhenlagen und mit gemäßigtem Klima sind dagegen etwas robuster“, erklärt Erstautor Dr. Marcell K. Peters von der Universität Würzburg. Hier finden sich zwar große Veränderungen der Lebensgemeinschaften; der Artenreichtum und die ökologische Funktionalität seien aber insgesamt weniger stark betroffen als in der Savannenzone im Tiefland.

„Unsere Studie zeigt, dass die Auswirkungen der Landnutzung auf die Biodiversität und Funktionalität von Ökosystemen stark vom klimatischen Kontext abhängig sind“, sagt Peters. Das sei vor allem für das Verständnis der Landnutzungs- und Klimaveränderungen auf Bergen von großer Bedeutung, habe jedoch auch in einer Welt, die vom Klimawandel betroffen ist, größte Relevanz: Studien in verschiedenen Höhenstufen auf Bergen können verwendet werden, um die Auswirkungen von klimatischen Veränderungen für natürliche und vom Menschen genutzte Systeme besser vorherzusagen.

Von pug

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