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Göttingen Göttinger forschen zu Bioenergie
Campus Göttingen Göttinger forschen zu Bioenergie
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00:18 04.02.2018
Gehäckseltes Getreide als Biomasse – hier während der Ernte in Barlissen.
Gehäckseltes Getreide als Biomasse – hier während der Ernte in Barlissen. Quelle: Heller
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Göttingen

Die Untersuchungen zeige, wie die Produktion und die energetische Nutzung der Biomasse mit den Anforderungen des Klimaschutzes, der Biodiversität, des Landschaftsschutzes sowie der Nahrungsmittelversorgung in Einklang zu bringen seien. Die Forschung habe sich dabei auf den ländlichen Raum Niedersachsen gestützt, jedoch auch Bezüge zur Gesamtsituation in Deutschland hergestellt.

Zunächst schätzte das Team um den Umweltgeowissenschaftler Ruppert das verfügbare bioenergetische Potenzial in Niedersachsen, Deutschland und der Welt ein. Daneben führten sie anhand von Aussagen einzelner Regierungsvertreter deren angestrebte Ziele der Bioenergie zusammen. Anschließend diskutierte das interdisziplinäre Team die Argumente für und gegen Bioenergie und ergänzte die Befunde durch Beratungen mit Landwirten in Niedersachsen.

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass es für eine erfolgreiche Umsetzung von Bioenergie-Projekten entscheidend ist, dass alle Akteure und Perspektiven in die Planungs- und Entscheidungsprozesse miteinbezogen werden. Deshalb erarbeiteten sie Methoden zur Unterstützung solcher Abläufe, um Probleme auf lokaler und regionaler Ebene zu minimieren.

Außerdem zeigen die Wissenschaftler, wie Energiepflanzen entgegen der landläufigen Kritik zum Artenreichtum beitragen können, wie verschiedene Akteure konsensorientiert zusammengeführt und Dorfbewohner in Entscheidungen integriert werden können. Zudem beschreiben sie, wie kostenintensive Nahwärmenetze wirtschaftlich betrieben werden können und welche ökonomischen Auswirkungen daraus für die Landwirte und Betriebe resultieren.

Ruppert bilanziert: „Es ist möglich, auf belasteten Flächen, wie zum Beispiel im Bereich der Oker- oder Innerste-Aue nördlich des Harzes oder entlang der großen Flüsse, Energiepflanzen anzubauen, die nur wenig Schadstoffe aufnehmen. So können diese Flächen wieder genutzt und die Flächenkonkurrenz entlastet werden.“

Der Forschungsverbund wurde getragen von verschiedenen Fachrichtungen der Universitäten Göttingen und Hannover, dem Helmholtz Zentrum München und der Hochschule Harz sowie von zahlreichen Akteuren in mehreren niedersächsischen Landkreisen. Die Publikation bildet den Abschluss des Verbundvorhabens „Nachhaltige Nutzung von Energie aus Biomasse im Spannungsfeld von Klimaschutz, Landschaft und Gesellschaft“, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wurde.

Hans Ruppert und Jens Ibendorf: Bioenergie im Spannungsfeld – Wege zu einer nachhaltigen Bioenergieversorgung. Das 464 Seiten umfassende Buch ist auf der Seite des Universitätsverlags frei erhältlich

Von pug

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