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Göttingen Bildband über Ernst Haeckel
Campus Göttingen Bildband über Ernst Haeckel
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00:18 25.12.2017
Über drei Jahre hat Rainer Willmann an dem Buch über Ernst Haeckel gearbeitet. Quelle: Böhm
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Göttingen

Haeckel verbindet Kultur und Wissenschaft“, erzählt Prof. Willmann. Er sei ein außergewöhnliches Zeichentalent gewesen. Schon mit 15 Jahren habe Haeckel Aquarelle gemalt. Durch seinen Kontakt zum Berliner Biologen Johann Müller, begann Haeckel, der Medizin studiert hatte, Meereslebewesen und Radiolarien – winzige einzellige Strahlentierchen – zu zeichnen. Als einer der ersten seiner Zeit konnte er das dreidimensional. Haeckel hatte auch gute Kontakte zur Firma Zeiss. Viele Lebewesen habe er unter dem Mikroskop angeschaut, dann Vorzeichnungen mit dem Bleistift gemacht. Andere habe er direkt gezeichnet, so Willmann.

„Der Verlag kam vor gut drei Jahren auf mich zu. Ich hätte mal den Vorschlag gemacht, die Tafeln von Haeckel neu herauszugeben“, erzählt der Wissenschaftler, der auch Direktor des Zoologischen Museums Göttingen ist. Ein bisschen erstaunt sei er gewesen, aber sofort begeistert. Er habe den Verlag beraten, was in den Band soll, was nicht. „Auf manche Abbildungen habe ich bestanden.“ Nur so schnell wie der Verlag es sich wünschte, ging die Arbeit nicht voran. Die Tafeln mussten kontrolliert werden. Namen für rund 100 Blätter mussten recherchiert werden. Manche dieser Tafeln haben bis zu 13 Abbildungen. Diese Recherche wurde ein echtes Familienprojekt: Willmanns Tochter und Sohn halfen mit.

Bestimmt über 3000 Seiten habe er über Haeckel gelesen, so Willmann, der den biografischen Teil für das Buch geschrieben hat. Haeckel sei von Darwin begeistert gewesen, habe seine Thesen vehement vertreten. Voller Polemiken seien seine Schriften allerdings gewesen. Und auch mit seinen Entdeckungen, dass Menschen genauso wie alle anderen Säugetiere aus winzigen Zellen entstehen, habe er sich in seiner Zeit nicht beliebt gemacht. Ein herzensguter Mann, ein guter Lehrer sei Haeckel gewesen. Und doch einer der meistgehassten Männer seiner Zeit.

Haeckel war fasziniert von der Schönheit der Natur. Und seine außergewöhnlichen Zeichnungen haben die Kunst beeinflusst. Die Kunsthistorikerin Julia Voss steuert Beiträge zum Einfluss von Haeckels Zeichnungen auf die Kunst der Zeit, besonders auf den Jugendstil bei. Auf der Expo in Paris habe es etwa ein Tor gegeben dass in seiner Ornamentik ganz Haeckels Zeichnungen entsprach.

Ein wirklich schöner, opulenter (über sechs Kilo schwerer) Band ist so entstanden, der zur Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr erscheinen konnte. Rund 450 der schönsten Tafeln, Bleistiftzeichnungen und Aquarelle umfasst die Ausgabe. Viele der Tafel lagen in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB) vor. Andere kamen aus dem Museum in Jena, für die „Radiolarien“ stellte die Universität Heidelberg Tafeln zur Verfügung. Die Tafeln stammen unter anderem aus Haeckels Werken „Monographie der Radiolarien“, „Atlas der Kalkschwämme“, „Monographie der Medusen“ und aus seinem Hauptwerk „Kunstformen der Natur“. Ein Buch ganz bestimmt nicht nur für Wissenschaftler.

Rainer Willmann, Julia Voss: Kunst und Wissenschaft Ernst Haeckels, 704 Seiten Taschen Verlag, Deutsch, Englisch, Französisch, 150 Euro.

Ernst Haeckel und Frida von Uslar-Gleichen

Eine besondere Verbindung hatte Ernst Haeckel in die Region Südniedersachsen. Frida von Uslar-Gleichen war ihm Beraterin und Gefährtin. Eine Heirat verhinderte zum einen der große Altersunterschied, zum anderen war Haeckel bereits verheiratet. Nur 24 Tage haben sich die beiden gesehen, aber jahrelang einen innigen Briefwechsel geführt. Im Göttinger Wallstein Verlag ist dieser Briefwechsel in drei Bänden herausgegeben von Norbert Elsner erschienen.

Von Christiane Böhm

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