Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Göttinger erhält Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft
Campus Göttingen Göttinger erhält Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:00 25.04.2019
Lakshmi Pradeep Chitta vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Quelle: r
Anzeige
Göttingen

Chittas Entdeckung ermögliche einen neuen Blick auf Prozesse, die ursächlich für die Aufheizung der Korona der Sonne sein könnten. Die Gesellschaft würdigt Chittas Erkenntnisse bezüglich des Austausches von Energie und Masse zwischen der sichtbaren Oberfläche der Sonne und ihrer Atmosphäre. Seine Forschungsergebnisse könnten helfen, den riesigen Temperaturunterschied zwischen beiden Regionen zu erklären, teilt Birgit Krummheuer von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des MPS mit.

Den Zentralstern umgibt eine wabernde, hoch dynamische Schicht aus heißem, ionisiertem Gas – „und mit ihr ein Geheimnis“, so Krummheuer: „Wie ist es möglich, dass die Sonnenatmosphäre, genannt Korona, mit Temperaturen von mehr als einer Million Grad dramatisch heißer ist als die darunter gelegene, sichtbare Oberfläche der Sonne? Dort, deutlich näher am hitzespendenden Kern, werden gerade einmal 5500 Grad gemessen.“

Dr. Lakshmi Pradeep Chitta bringt „Schwung in die Diskussion“

Theorien und Ansätze, diese Frage zu beantworten, gebe es seit Langem; eine stimmige Erklärung für die beobachteten Phänomene nicht. Chitta habe in den vergangenen vier Jahren „Schwung in die Diskussion gebracht“ – mit neuen Untersuchungen sogenannter koronaler Bögen. „Koronale Bögen nehmen ihren Ursprung an der Oberfläche der Sonne. Sie sind somit eine Art Bindeglied zwischen der kühlen Oberfläche und der heißen Atmosphäre“, so Chitta.

An ihren Entstehungsorten entdeckte er kleinskalige Regionen entgegengesetzter magnetischer Polarität: magnetisch positive Bereiche treten in direkter Nachbarschaft zu magnetisch negativen auf. Bisher hatten Forscher angenommen, dass allein Gebiete mit einheitlicher magnetischer Polarität koronale Bögen hervorbringen, so Krummheuer.

Sonnenobservatoriums und Nasa-Sonde ermöglichen Erkenntnisse

Daten des ballongetragenen Sonnenobservatoriums Sunrise über Magnetfelder an der Oberfläche, die Chitta auswertete, zeichneten nun ein genaueres Bild. Kombiniert mit Bildern der Korona, aufgenommen von der Nasa-Raumsonde Solar Dynamics Observatory, „gelang Chitta ein frischer Blick die äußere Hülle unseres Sterns“.

„Diese Entdeckung macht ein Umdenken erforderlich. Völlig neue Prozesse kommen nun als Kandidaten für die Korona-Aufheizung in Frage“, so Prof. Sami K. Solanki, Direktor am MPS. Chitta konnte unter anderem zeigen, dass sich die magnetischen Flüsse am Fuße der koronalen Bögen zum Teil gegenseitig aufheben. Dies lege nahe, dass Umbauprozesse im Magnetfeld große Energiemengen an der Sonnenoberfläche freisetzen können – „und möglicherweise so der Atmosphäre des Zentralsterns einheizen“.

Von Stefan Kirchhoff

Fanlong Meng, Forscher am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation (MPIDS) in Göttingen, erhält ein zweijähriges Stipendium der Alexander-von-Humboldt Stiftung.

25.04.2019
Göttingen Kooperation von Ostfalia Hochschule und TU Clausthal - Neuer Studiengang Digital Technologies startet

Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und die Technische Universität Clausthal haben den neuen Bachelorstudiengang Digital Technologies konzipiert. Zum kommenden Wintersemester können Studierende sich erstmalig einschreiben.

25.04.2019

Mit einer Führung zum Judasbaum am Donnerstag, 25. April, um 19 Uhr werden die Themenführungen im Alten Botanischen Garten, Untere Karspüle 2, mit Gartenkustos Michael Schwerdtfeger fortgesetzt.

24.04.2019