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Göttingen Göttinger und Amsterdamer Forscher bekommen eine Million Euro für Studie zum Vorhofflimmern
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Göttinger und Amsterdamer Forscher bekommen eine Million Euro für Studie zum Vorhofflimmern

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17:15 18.06.2020
Prof. Dr. Niels Voigt, Institut fürPharmakologie und Toxikologieder Universitätsmedizin Göttingen. Quelle: r
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Göttingen

Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung und die Niederländische Herzstiftung fördern eine von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und der Universitätsmedizin Amsterdam koordinierte Studie zu genetisch bedingtem Vorhofflimmern mit einer Millionen Euro über vier Jahre. In Deutschland litten mehr als zwei Millionen Menschen an Vorhofflimmern, heißt es der einer Pressemitteilung der UMG. Vorhofflimmern sei die häufigste Form der Herzrhythmusstörung. Die Studie wird von Prof. Dr. Niels Voigt vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie der UMG und Prof. Dr. Bianca Brunde vom Institut für Physiologie des Amsterdam University Medical Center koordiniert.

Obwohl Vorhofflimmern nicht direkt lebensbedrohlich sei, könne es zu gravierenden Folgeschäden führen, heißt es in der Mitteilung weiter. In Deutschland sind Schätzungen zufolge 35000 Schlaganfälle jährlich auf Herzrhythmusstörung zurückzuführen. Risikofaktoren für die Entstehung von Herzflimmern sind Herzschwäche, Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und ein höheres Lebensalter.

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Gruppe erforscht genetische Faktoren

„Bei bis zu 20 Prozent der jüngeren Betroffenen entwickelt sich das Vorhofflimmern aufgrund genetischer Mutationen und Vererbung und nicht auf Grundlage allgemeiner Risikofaktoren oder struktureller Herzerkrankungen“, sagt Voigt. In vorausgegangenen Untersuchungen konnten die Forscher der Pressemitteilung der UMG zu Folge Familien identifizieren, die Mutationen in Proteinen des Skeletts von Herzmuskelzellen tragen und in denen Vorhofflimmern gehäuft bei jüngeren Mitgliedern auftritt. Das Zellskelett dient der Stabilisierung von Zellen und deren inneren Komponenten.

Jüngste Erkenntnisse des Forscherteams legen laut Pressemitteilung nahe, dass ererbte Veränderungen im Skelett der Muskelzellen im Herzvorhof die DNA destabilisieren. Diese könnten das Vorhofflimmern auslösen. Gegenstand der Studie ist die Entwicklung neue Behandlungs- und Screening-Strategien. Patienten mit ererbten Störungen des Zytoskeletts entwickeln im Verlauf ihres Lebens häufig strukturelle Herzmuskelveränderungen der Hauptkammern. Vorhofflimmern tritt bei ihnen oft und das ohne Vorliegen von Risikofaktoren mehrere Jahre vor der Herzmuskelveränderung auf, so die Forscher weiter.

Von Asja Wortmann

17.06.2020
17.06.2020
17.06.2020
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