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16:46 22.11.2010
Festvortrag: Gerd Hasenfuß.
Festvortrag: Gerd Hasenfuß. Quelle: PH
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Der Präsident des Niedersächsischen Landtags, Hermann Dinkla, sprach in seinem Grußwort von der „in höchstem Maße anerkannten“ Akademie, die 1751 gegründet wurde: „Unter den acht deutschen Akademien ist die Göttinger die zweitälteste. Für die Liste ihrer Mitglieder ist sie weit bekannt: Goethe, Gauß, Heine, die Brüder Grimm und Einstein gehörten dazu. 13 Nobelpreisträger finden sich in ihren Reihen.“

Um solche Errungenschaften hervorzubringen, betonte CDU-Politiker Dinkla, benötige die Wissenschaft eine von der Politik geschaffene Freiheit. Lobend erwähnte der Landtagspräsident, wie sehr sich die Akademie gegenüber der Öffentlichkeit mit ihren Veranstaltungen und Vorträgen – unter anderem beim Göttinger Literaturherbst und zum Thema Finanzkrise – geöffnet habe.

Der Präsident der Akademie, Prof. Christian Starck, bilanzierte das Jahresprogramm mit seinen 24 Vorhaben als positiv und verkündete, dass der Etat für das kommende Jahr um fünf Prozent erhöht worden sei. „Mit dem Geld von Bund und Ländern stehen uns jetzt zirka 51,8 Millionen Euro für alle 160 Projekte zu Verfügung“, so der Rechtswissenschaftler, der seit 2008 im Amt des Akademie-Präsidenten ist.

Den Festvortrag zum Thema Stammzellenforschung hielt Prof. Gerd Hasenfuß. Der Direktor der Abteilung für Kardiologie und Pneumologie an der Universitätsmedizin Göttingen umriss die schwierige Gratwanderung zwischen Wissenschaft und Politik. Von der Verabschiedung des Embryonen-Schutzgesetzes 1990, zum Stammzellgesetz 2002, bis zur heutigen Situation veranschaulichte Hasenfuß die Problematik bei der Suche nach einer ethischen Grundlage, aber auch die Wichtigkeit von Grenzziehungen.

„Bei einer totalen Freigabe hätte sich die Forschung vielleicht auf Stammzellen fokussiert und nie die alternativen Möglichkeiten entdeckt. Wie beim alternativen Autoantrieb muss das vielleicht auch ein bisschen angefordert werden“, resümierte Herzspezialist Hasenfuß. Nach aktuellem Forschungsstand werde es bald möglich sein, aus adulten Stammzellen pluripotente Stammzellen herzustellen, die die Eigenschaften von embryonalen Stammzellen haben und somit einen Durchbruch in den Heilungsmöglichkeiten für schwere Krankheiten wie Parkinson, Diabetes und Krebs bedeuteten.

Von Anna Kleimann