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Göttingen HAWK-Gründerteam Fovea: App misst Holz für den Verkauf
Campus Göttingen HAWK-Gründerteam Fovea: App misst Holz für den Verkauf
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17:09 17.07.2013
Holzpolter in der Nähe des niedersächsischen Uslar: Weiberg, Ide und Herbon testen die App.
Holzpolter in der Nähe des niedersächsischen Uslar: Weiberg, Ide und Herbon testen die App. Quelle: EF
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Göttingen

Fovea heißt das Jungunternehmen, das von der HAWK-Gründerinitiative begleitet und mit einem Stipendium des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert wird.

Wer bisher den Preis eines Holzpolters wissen wollte, musste in der Regel die Stämme zählen, Volumen messen und rechnen und das dauerte mindestens zwanzig Minuten. Die App braucht für die Zahl der Stämme, die Raummeter und Festmeter eines durchschnittlichen Polters etwa zwei Minuten.

Das Holz wird in mehreren Schritten fotooptisch vermessen, auf dem Display erscheint ein Panoramafoto und schließlich erscheinen die Zahl der Stämme nach Stärkeklassen aufgeschlüsselt sowie die Daten für Fest- und Raummeter, aus denen dann der Preis errechnet werden kann.

Eine echte Innovation

Neben dem Vorteil der Zeitersparnis kann die App auch zu einer Vereinfachung der Holzlogistik dienen. Abgerechnet wird die App nach vermessenem Volumen oder gezählten Stämmen.

Das Einsparpotential ist enorm, bestätigt Prof. Bernd Stock von der HAWK-Fakultät Naturwissenschaften und Technik: „Die App ist technologisch eine echte Innovation.“ Stock betreut die entsprechende Doktorarbeit von Christopher Herbon, der den mathematischen Algorithmus entwickelt hat, der im Hintergrund der App läuft. Herbon ist der Softwareentwickler von Fovea.

Die Idee für die App und die Firmengründung hatte Manfred Ide. Ide ist Fachinformatiker und Förster. Er stammt aus einem landwirtschaftlich-forstlichen Betrieb im südlichen Niedersachsen und kennt das Thema aus eigener Erfahrung. Seine Mitstreiter für das Unternehmen hat er mit Unterstützung der HAWK-Gründerinitiative ausfindig gemacht.

Während Ide selbst an der Göttinger Fakultät Ressourcenmanagement Forstwirtschaft studiert hat, wurde ihm Herbon an der Fakultät Naturwissenschaften und Technik von Prof. Stock empfohlen.

Internationales Interesse

Für Design, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit machte Ide als dritte im Bunde Nadine Weiberg an der Hildesheimer Fakultät Gestaltung ausfindig.

Sie passte perfekt ins Team: Im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit hat Weiberg bei Prof. Stefan Wölwer die App „Käferkunde“ entwickelt, mit der Förster und Schulkinder per Smartphone Käfer bestimmen können. Die Arbeit ist mit dem renommierten Design-Preis, dem reddot award ausgezeichnet worden.

Fovea arbeitet zur Zeit mit wissenschaftlichen Hilfskräften an der Markteinführung der Holz-App. Ide hat das Projekt auf nationalen und internationalen Holz-Messen vorgestellt und ist auf Interesse aus Süd-Afrika, Brasilien und Russland gestoßen. Die App ist von Oktober 2013 zunächst für Großkunden, ab 2014 auch für Kleinstkunden erhältlich.

eb/chb