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Göttingen Pilgern für die Wissenschaft
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00:18 23.12.2017
Elias Kappner, Patrick Güllenbeck, Denise Bumen und Lisa Egger (v.l.) sind am Kloster Bursfelde angekommen. Quelle: r
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Bursfelde

Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) hat im Auftrag des Geistlichen Zentrums Bursfelde untersucht, wie die Herberge am Kloster Bursfelde bei Pilgern ankommt. HAWK-Studenten liefen den Pilgerweg von Loccum in Niedersachsen nach Volkenroda in Thüringen selbst ab und besuchten die Herberge. Jetzt haben sie ihre Ergebnisse vorgestellt.

Die Studenten Denise Bumen, Lisa Egger, Patrick Güllenbeck und Elias Kappner hatten sich auf den Weg gemacht, den sonst eigentlich nur Pilger gehen. Das Projektteam, zu dem auch Tamara Treichel gehört, wollte einmal in die Welt der Pilger eintauchen, um ihre Zielgruppe besser zu verstehen, teilt die HAWK mit. 17 Kilometer legte die Gruppe von Dransfeld nach Bursfelde zu Beginn ihres Forschungsprojektes zurück und schlief dort eine Nacht. Insgesamt hat sich das Team vier Monate mit der Analyse der Potenziale und Möglichkeiten der Herberge am Standort Bursfelde beschäftigt.

Seit 2012 bietet die evangelische Landeskirche Hannover dort 20 Übernachtungsmöglichkeiten mit Selbstversorgerküche an, direkt an dem 300 Kilometer langen offiziellen Pilgerweg. Die Übernachtungszahlen stiegen seit 2013 von 358 auf etwa 500 im vergangenen Jahr.

„Gibt es Verbesserungsvorschläge, was kommt an, was fehlt vor Ort?“, waren die Fragen, die Klaas Grensemann, Diakon und Referent für Pilger und Besinnungswege, bewegten, Kontakt mit der HAWK und dem Studiengang Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung aufzunehmen. Es gebe zwar durchweg positive Rückmeldungen, aber möglicherweise könnte eine anonyme Befragung doch noch andere Ergebnisse liefern, meinte Grensemann.

Der Ansatz der HAWK: “Pilgertourismus findet nicht im Hörsaal statt“, so Prof. Ulrich Harteisen von der Göttinger Fakultät Ressourcenmanagement. „Dies ist eine authentische Aufgabe aus der Praxis, mit der die Studierenden hier konfrontiert werden. Wir als Hochschule nehmen uns bei der Projektarbeit im zweiten Semester bewusst ein Stück weit zurück, damit es einen Direktkontakt zwischen Auftraggeber und Studierenden gibt. So können sich die Studierenden dem Berufsfeld des Regionalentwicklers praxisgerecht annähern und ein professionelles Gutachten erarbeiten“, erläutert Harteisen das Vorgehen.

In der Tat brachte der Fragebogen der Studenten neue Erkenntnisse: Die Mehrheit der Pilger war zwischen 41 und 65 Jahre alt, berufstätig und hatte bislang keine oder nur wenig Erfahrung im Pilgern. Die meisten Pilger waren in Gruppen unterwegs und pilgerten in der Regel nur eine Teilstrecke des gesamten Weges. Als Anlass für das Pilgern gaben sie an erster Stelle die religiöse Motivation an, aber auch das Erleben von Natur und die sportliche Komponente des Wanderns waren wichtige Beweggründe. Das Kloster in Bursfelde war dabei ein attraktiver Stopp und mit seiner Herberge eine gern genutzte Möglichkeit zur Übernachtung.

Der größte Schwachpunkt, so zeigt die Umfrage, sei die nur eingeschränkte Beheizungsmöglichkeit der Pilgerherberge. Viele Pilger wünschen sich außerdem ein Frühstück, eine bessere Beleuchtung an den Schlafplätzen und eine aktuellere Homepage.

„Insgesamt wird die Pilgerherberge am Kloster Bursfelde als ein sehr attraktiver Ort für eine Übernachtung wahrgenommen”, heißt es im Fazit des Abschlussberichts der Studenten unter dem Titel „Pilgertourismus in Bursfelde. Bedarfsgerechte Weiterentwicklung des Standortes“. Eine weitere Schlussfolgerung aus den Befragungen: “Einige Verbesserungen könnten sicherlich kurzfristig erreicht werden, ein neues Heizsystem dagegen wäre mit erheblichen Kosten verbunden und nur mit einer weiteren öffentlichen Förderung umsetzbar.“

Von Matthias Heinzel

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