Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Hausarbeiten schreiben im Corona-Semester: So unterstützt die Göttinger SUB
Campus Göttingen Hausarbeiten schreiben im Corona-Semester: So unterstützt die Göttinger SUB
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:09 25.05.2020
Die Wegführung in der SUB ist genau geplant. Quelle: as
Anzeige
Göttingen

Vor der Corona-Krise gehörte sie zu den meistbesuchten Orten in Göttingen: In der Zentralbibliothek der Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) gingen bis zu 6 000 Besucher pro Tag ein und aus. Die Bibliotheksstandorte waren aufgrund der Corona-Pandemie zeitweise komplett geschlossen. Die Studenten müssen im Corona-Semester aber immer noch Haus- und Abschlussarbeiten schreiben – und benötigen dafür Literatur. In welcher Form stellt die SUB derzeit für die Studenten Literatur zur Verfügung?

Massen an Studenten

„Unter dem Aspekt des Infektionsschutzes hätte die SUB als eine Massenveranstaltung bewertet werden können. Daher musste sie zunächst gänzlich schließen“, erklärt Fee-Saskia Fricke, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit der SUB. Im Moment erfolge die Wiedereröffnung in kleinen Schritten. So können Studenten seit dem 4. Mai wieder Bücher ausleihen. Seit dem 16. Mai können sie wieder an allen Standorten drucken, kopieren und scannen.

Anzeige

Die Studenten können Bücher online bestellen und in der SUB abholen. Lange Schlangen vor dem Eingang und Tumult müssten sie dabei nicht erwarten, so Fricke. „Wir befürchteten am Anfang, dass der Andrang sehr groß werden könnte. Aber es lief alles ruhig ab“, sagt sie.

Ein Schild informiert vor der SUB über die Hygienemaßnahmen. Quelle: as

Als die Bibliothek geschlossen war, stellten die Mitarbeiter einen „Scan & Deliver“-Dienst auf die Beine. Mit diesem neuen Dienst können Studenten Literatur auswählen und die SUB-Mitarbeiter darum bitten, einzelne Kapitel für sie einzuscannen. Die Studenten nahmen ihn reichlich an: Etwa 2 000 Anfragen erhielten die Mitarbeiter alleine in der ersten Woche. Außerdem konnten sie jederzeit auf die digitalen Bücher zugreifen. „Wenn ein Buch nicht digital als eBook bei uns zur Verfügung steht, können Studenten auch vorschlagen, dass wir dieses eBook erwerben“, sagt Fricke.

Das attraktive Digitale

„In der aktuellen Situation ist die digitale Bereitstellung der Literatur für Studierende besonders attraktiv“, sagt Armin Müller-Dreier, Stellvertretender Direktor der SUB. „Schon vor Corona stellte die SUB neben ihren umfangreichen Printbeständen auch ein vielfältiges digitales Angebot zur Verfügung. Das digitale Angebot zu erweitern, ist jetzt noch wichtiger geworden“, ergänzt er.

Armin Müller-Dreier Quelle: r

Literatur können Studenten also inzwischen besorgen. Aber lernen können sie in der Bibliothek noch nicht – da muss immer noch der heimische Schreibtisch herhalten. „Das ändert sich jetzt“, versichert Müller-Dreier. Die Lernräume müssten so umgestaltet werden, dass die geltenden Hygieneregeln eingehalten werden können. „Wir arbeiten daran, auch diese Bereiche schrittweise wieder zugänglich zu machen. Als erstes soll Anfang Juni das Lern- und Studiengebäude (LSG) öffnen – vor allem für Studierende in Härtefall-Situationen“, sagt er.

Schreiben unter erschwerten Bedingungen

„Die Bedingungen, studentische Texte zu verfassen, sind weiterhin erschwert“, sagt Uta Scheer von der Schreibberatung der Sozialwissenschaftlichen Fakultät. „Den Studierenden fehlt häufig der direkte Austausch mit den Lehrenden und den Kommilitonen im ,Real Life’ - virtuell ist inzwischen viel möglich, aber nicht für alle ist das genauso fruchtbar wie in physischer Nähe“, sagt Scheer. Den Tag zu strukturieren, ohne die Notwendigkeit, die Wohnung für Veranstaltungen oder auch Treffen mit der Referatsgruppe zu verlassen, falle vielen schwer.

„Die Schreibberatung der Sozialwissenschaftlichen Fakultät bietet weiterhin ihre Beratung online und telefonisch an. Die Schreib-Workshops finden online statt“, berichtet Scheer. Neben der Schreibberatung gebe es studentische Initiativen, um sich beim gegenseitigen Schreiben in Corona-Zeiten auf Peer-Ebene zu unterstützen.

Tipps zum Schreiben der Hausarbeit

Um die Studenten beim Schreiben von Haus- und Abschlussarbeiten nicht alleine zu lassen, gibt es einige Hilfsangebote an der Universität. Das Internationale Schreibzentrum (ISZ) bietet Unterstützung an sowie die Schreibberatung der Sozialwissenschaftlichen Fakultät. Uta Scheer arbeitet seit etwa zehn Jahren in der Schreibberatung. Sie gibt folgende Tipps für das Schreiben einer Hausarbeit oder anderen studentischen Texten – nicht nur in Corona-Zeiten:

Den Schreibtag können Studenten mit einem festen Ritual beginnen. Sie können sich morgens etwa einen bestimmten Tee kochen, „Arbeitskleidung“ anziehen, und ein ähnliches Abschlussritual für den „Feierabend“ ausdenken.

Außerdem empfiehlt Scheer, das Schreibprojekt in kleinen Schritten zu planen. Die Schreibberatung könne die Studierenden dabei unterstützen. Die Studenten sollten so früh wie möglich mit dem Schreibprozess beginnen und nicht zu lange Literatur lesen.

Sich mit anderen Studierenden, etwa aus einem Online-Seminar, zu vernetzen, hält Scheer für sinnvoll. So können sich Studenten gegenseitig Feedback auf das eigene Schreibprojekt geben.

Sie erreichen die Autorin per E-Mail an lokales@goettinger-tageblatt.de

Lesen Sie auch

Von Anja Semonjek