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Göttingen Substanz hilft nach Herzinfarkt: Göttinger Herzforscher der UMG entdecken schützenden Effekt
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Herzzentrum der UMG: Göttinger Forscher entdecken Schutzwirkung nach Herzinfarkt

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16:30 20.01.2021
Dr. Malte Tiburcy hat mit weiteren Herzforschern der UMG einen positiven Effekt der Substanz Roxadustat bei Herzinfarkten erforscht.
Dr. Malte Tiburcy hat mit weiteren Herzforschern der UMG einen positiven Effekt der Substanz Roxadustat bei Herzinfarkten erforscht. Quelle: UMG
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Göttingen

Herzforscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) haben den Effekt der Substanz „Roxadustat“ in einem Herzmuskel getestet und einen schützenden Effekt für die Herzzellen nach einem Herzinfarkt festgestellt.

Jedes Jahr erleiden nach UMG-Angaben rund 220000 Menschen einen Herzinfarkt, 50000 Patient sterben daran. UMG-Sprecher Stefan Weller erklärt, bei einem Herzinfarkt werde das Herzmuskelgewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt (Hypoxie). Je mehr Zeit ohne Behandlung vergehe, desto mehr Herzmuskelzellen sterben. Um den Schaden einzugrenzen, sei es wichtig, die Herzdurchblutung zeitnah wiederherzustellen.

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Allerdings könne diese Wiederherstellung des unterbrochenen Blutflusses die Zellen wiederum zusätzlich schädigen, wenn die Sauerstoffversorgung im Gewebe schlagartig ansteigt. Unter der Leitung von Dr. Malte Tiburcy, Institut für Pharmakologie und Toxikologie der UMG, haben Herzforscher, so Weller weiter, einen Weg entdeckt haben, mit dem sich eben diese unerwünschte Schädigung an den Herzzellen vermeiden ließe.

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Forscher hoffen auf rasche Therapie

In einem Versuch haben die Forscher in einem humanen, präklinischen Modell von Herzmuskulatur, die durch Sauerstoffmangel und erhöhte Sauerstoffversorgung geschädigt wurde, untersucht, welchen Effekt die Gabe der Substanz Roxadustat auslösen würde, berichtet Weller. In einer anschließenden Untersuchung habe sich schließlich herausgestellt, dass eine kurzzeitige Gabe von Roxadustat im Anschluss an die Hypoxie einen schützenden Effekt bewirke. Nach weiteren Angaben verbessere sich zudem auch die Fähigkeit des Herzmuskels, sich aktiv zusammenzuziehen.

„Da sich Roxadustat bereits als Therapie der Blutarmut bei Nierenschwäche im europäischen Zulassungsverfahren befindet, besteht die Hoffnung, dass die herzschützende Wirkung der Substanz zügig auch in die Therapie nach einem Herzinfarkt weiterentwickelt werden kann“, sagt Dr. Tiburcy.

Von Svenja Heckerott