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Göttingen Hitzeschock bremst Tumorzellen
Campus Göttingen Hitzeschock bremst Tumorzellen
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18:01 13.03.2012
Arbeitsbesprechung via Internet: Die Göttinger Forscherin Ramona Schulz (links) und Ute Moll aus den USA auf dem Monitor. Quelle: EF
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Göttingen

Die Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (GZMB) untersuchten dafür eine neue Klasse von Wirkstoffen, sogenannte Inhibitoren („Hemmer“) des Hitzeschock-Proteinkomplexes. Die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung sind im Februar in der Zeitschrift „Journal of Experimental Medicine“ erschienen. Erstautorin ist Dr. Ramona Schulz, Postdoktorandin in der UMG-Abteilung Molekulare Onkologie. Die Untersuchungen wurden unter anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Die Inhibitoren des Hitzeschock-Proteinkomplexes hatten die Grundlagenforscher der Abteilung Molekulare Onkologie an der Universitätsmedizin Göttingen genauer unter die Lupe genommen. Klinische Studien mit solchen Inhibitoren bei verschiedenen malignen Erkrankungen, durchgeführt von US-amerikanischen Zentren, befinden sich in fortgeschrittenen Phasen (II und III).

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In den Händen der Göttinger Forscher zeigte sich: Nach Gabe der Inhibitoren war im Tiermodell die Ausbreitung von Brustkrebs deutlich verringert. Wie aber wird dieser Effekt erreicht? Weitere Forschungen ergaben: Offenbar spielt ein bestimmtes Genprodukt für die Regulation des Tumorwachstums eine kritische Rolle. Das Genprodukt „MIF“ für „Macrophage migration inhibitory factor“ wird durch den Hitzeschock-Komplex in der Tumorzelle stabilisiert und trägt so zum Überleben der Zelle bei. Diese Wechselwirkung verstärkt normalerweise den Krebs.

„Wir konnten in den Versuchen zeigen, dass die Wechselwirkung erfolgreich durch kleinmolekulare Inhibitoren verhindert wurde“, sagt Prof. Ute Moll, die Initiatorin und Leiterin der Studie. „Noch muss aber untersucht werden, ob derselbe Ansatz auch bei Menschen funktioniert. Das kann noch Jahre dauern. Lediglich eine Grundlage ist nun geschaffen“, so Moll.

Transatlantisches Forscherteam

Das Forscherteam leitet Ute Moll als Gastprofessorin der Universitätsmedizin Göttingen, die zugleich auch Professorin für Pathologie an der Stony Brook University im US-Bundesstaat New York ist. Mit Unterstützung durch die Göttinger Abteilung Molekulare Onkologie hat sie in Göttingen eine eigene wissenschaftliche Arbeitsgruppe aufgebaut. Moll betreut diese Gruppe gemeinsam mit dem Leiter der Göttinger Abteilung, Prof. Matthias Dobbelstein, über die transatlantische Entfernung hinweg. Nicht nur zahlreiche Besuche, sondern auch vielfältige Kommunikationsmedien kommen zum Einsatz, um große Datenmengen gemeinsam auszuwerten und neue Projekte zu konzipieren.

eb

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