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Göttingen Hochschulwahlen in Göttingen: Das sind die Ergebnisse
Campus Göttingen Hochschulwahlen in Göttingen: Das sind die Ergebnisse
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16:00 17.01.2020
Viele bunte Zettel: Bei den Hochschulwahlen gab es für die Studierenden einiges zu entscheiden. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Drei Tage lang wurde gewählt, noch länger Wahlkampf betrieben – nun sind die Ergebnisse der Hochschulwahlen da. Das Votum der Studierenden führt zu Verschiebungen im Studierendenparlament: Die bisherige Koalition aus Arbeitsgemeinschaft demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF), Ring christlich-demokratischer Studenten (RCDS) und Liberaler Hochschulgruppe (LHG) verliert ihre Mehrheit. Bei den Semestertickets bleibt alles beim Alten – weil ein neuer Vorschlag zwar mehr Ja- als Nein-Stimmen erhielt, aber zu wenige Studierende über ihn abstimmten.

Die Verlierer und Gewinner im Studierendenparlament

Das wichtigste Gremium der Studierendenvertretung an der Universität, das Studierendenparlament (StuPa), wächst von bisher 61 auf 63 Plätze. Damit benötigt die zukünftige Koalition 32 Sitze für eine Mehrheit – ein Ziel, das die bisherige Koalition deutlich verfehlt. Die Koalitionspartner, die gemeinsam den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) stellen, kommen zusammen nur noch auf 28 Sitze. Die ADF kommt auf 21 Plätze (-2), der RCDS verharrt bei fünf, die LHG kommt auf zwei Sitze im StuPa (-1).

Wahlgewinner sind die Grüne Hochschulgruppe (GHG), die sich um zwei auf 13 StuPa-Mandate verbessert, sowie eine neue Hochschulgruppe: Volt erreicht aus dem Stand drei Sitze. Die weiteren Fraktionen bilden Jungsozialisten (JuSo) mit unverändert acht Sitzen, Alternative Linke Liste (ALL) mit sieben Sitzen (+1), Nordcampus (2), „Die PARTEI“-Ableger Die LISTE (1) und Schwarz Rot Kollabs (SRK, 1). Den Einzug ins StuPa verpasst hat die Internationale Liste, die erstmals zur Wahl stand. Damit besteht das neue StuPa aus zehn Fraktionen. Die Wahlbeteiligung stieg gegenüber dem Vorjahr um rund 2,5 Prozentpunkte auf immerhin 28,29 Prozent.

Das sagen die Hochschulgruppen zum Ergebnis

ADF-Spitzenkandidatin Anika Bittner zeigt sich ernüchtert vom Wahlergebnis, betont aber: „Wir stellen weiterhin mit Abstand die stärkste Fraktion im Studierendenparlament.“ Die Stimmverluste führt Bittner darauf zurück, dass ihre Hochschulgruppe die Wähler offenbar nicht so gut erreicht habe wie in den vergangenen Jahren. Die „serviceorientierten“ Hochschulgruppen hätten bei den diesjährigen Wahlen verloren, während politisch linke Gruppen ihre Stammklientel erreicht hätten.

Ihren Platz als zweitgrößte Hochschulgruppe gefestigt hat die GHG. Spitzenkandidatin Annika Hinz ist dennoch zwiegespalten. Einerseits freue sie sich über die eigenen Zugewinne und die Ergebnisse von JuSos und ALL. Doch die Situation sei zu uneindeutig, um von einem klaren Ergebnis zu sprechen. Ihre Hochschulgruppe werde mit der ADF sprechen, sei sich aber auch bewusst, dass das Wahlergebnis eine Alternative im linken Spektrum eröffne.

„Überwältigt“ zeigt sich Konstantin Schäfers, Spitzenkandidat der Hochschulgruppe Volt, vom Wahlergebnis. Seine Gruppe werde offen in die Koalitionsverhandlungen gehen und schauen, mit wem sie ihre Ziele am besten umsetzen könne.

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Die Semestertickets: Dreimal ja, einmal nein

Gleich vier Urabstimmungen standen bei den diesjährigen Hochschulwahlen auf dem Plan: Zusätzlich zum Zug-, Stadtbus- und Kultursemesterticket konnten die Studierenden erstmals über ein Semesterticket für die Regionalbusse in Südniedersachsen abstimmen. Die drei bestehenden Tickets wurden angenommen. Das neue Ticket konnte sich jedoch nicht durchsetzen.

Bahn-, Stadtbus- und Kultursemesterticket

Bei den Hochschulwahlen gab es für alle vier Semestertickets, die zur Urabstimmung standen, mehr Ja- als Nein-Stimmen. Das neu vorgeschlagene Regionalbussemesterticket konnte sich jedoch nicht durchsetzen: Zwar stimmte mit 4271 Studierenden eine Mehrheit von 50,6 Prozent der Wähler für ein Ticket, dessen Inhaber mit dem Bus zum Beispiel nach Duderstadt hätten fahren können. Doch das Ticket verfehlte das Quorum knapp – 15 Prozent aller Studierenden, also 4520, hätten dafür stimmen müssen.

Die bewährten Tickets für Züge, Stadtbusse und Kulturveranstaltungen in Göttingen wurden jeweils mit großer Mehrheit der abgegebenen Stimmen angenommen. 6937 Studierende stimmten für das Bahnsemesterticket, das sind 82,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. 5874 Studierende stimmten für das Stadtbussemesterticket (68,7 Prozent), und eine Fortsetzung des Kulturtickets wurde von 6758 Studierenden angenommen – 79% der abgegebenen Stimmen.

Die Urabstimmung über ein Semesterticket für Regionalbusse wurde vom alten AStA vorgelegt. ADF-Spitzenkandidatin Bittner glaubt, dass über den Vorschlag im Vorfeld der Wahl nicht ausreichend informiert wurde. Dabei habe man mit der Abstimmung ein Thema angefasst, das in Göttingen schon lange diskutiert werde, sagt Bittner. Sie vermutet, dass viele Studierende verunsichert waren, was ein weiteres Semesterticket für sie bedeutet hätte. Ein Votum gegen die Koalition sei das abgelehnte Ticket aber nicht – die Semestertickets seien unabhängig von den Hochschulgruppen zu betrachten.

Von Tammo Kohlwes

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