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Göttingen Hohe Biodiversität reduziert Stress
Campus Göttingen Hohe Biodiversität reduziert Stress
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18:37 25.09.2012
Basis der Nahrungskette: Mikroalgen wie die Grünalge Chlorococcum hypnosporum, die dünne Biofilme bilden kann.
Basis der Nahrungskette: Mikroalgen wie die Grünalge Chlorococcum hypnosporum, die dünne Biofilme bilden kann. Quelle: pug
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Göttingen

Dies fand ein Team von Botanikern und Ökologen der Universität Göttingen und der Universität Zürich heraus. Ihre Studie belegt erstmals den Zusammenhang zwischen Stressintensität und Ökosystemfunktionalität.

Höhere Durchschnittstemperaturen und steigende Salzkonzentrationen sind Stressfaktoren, mit denen heute viele Ökosysteme im Zuge des Klimawandels konfrontiert sind. Doch reagieren alle Ökosysteme gleich auf Stress, und wie wirkt sich Stress auf die Ökosystem-Dienstleistungen aus, wie zum Beispiel die Biomasseproduktion? Botaniker und Ökologen der Universitäten Göttingen und Zürich konnten nachweisen, dass eine hohe Biodiversität die Stressresistenz begünstigt.

B. Steudel

Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 64 Arten von einzelligen Mikroalgen aus der Sammlung von Algenkulturen der Universität Göttingen (SAG). Diese stehen an der Basis der Nahrungskette und binden mittels Photosynthese klimaschädigendes Kohlendioxid. „Je mehr Arten an Mikroalgen in einem System vorkommen, desto robuster ist das System unter moderatem Stress, im Vergleich zu solchen mit wenig Arten“, erläutert Hauptautor Dr. Bastian Steudel von der Universität Göttingen. Systeme mit hoher Artenzahl können ihre Biomasseproduktion somit länger stabil halten, als solche mit weniger Arten.

Insgesamt untersuchten die Forscher, deren Studie in der   Fachzeitschrift „Ecology Letters“ erschien, sechs unterschiedliche Intensitäten des Stresses. Bei sehr hohen Intensitäten nahmen die positiven Effekte der Biodiversität ab beziehungsweise kamen zum Erliegen. Allerdings wirkte sich steigender Stress bei Systemen mit wenig Arten bedeutend negativer aus, als bei solchen mit hoher Biodiversität. „Die Studie zeigt, dass unter Stress eine hohe Artenvielfalt für die Aufrechterhaltung der Biomasseproduktion besonders wichtig ist“, fasst Dr. Michael Kessler von der Universität Zürich zusammen.

pug