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Göttingen 11,5 Millionen Euro für Langzeitarbeitslose in Göttingen
Campus Göttingen 11,5 Millionen Euro für Langzeitarbeitslose in Göttingen
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15:49 21.01.2019
Das Göttinger Jobcenter in der Carl-Zeiß-Straße. Quelle: Ulrich Schubert
Göttingen

Um Langzeitarbeitslose in eine Arbeitsstelle mit Perspektive zu vermitteln, können die Jobcenter von Stadt- und Landkreis Göttingen in diesem Jahr 11,5 Millionen Euro ausgeben - doppelt so viel wie 2018. Jetzt kann sie auch Betroffene unterstützen, die bisher zu kurz kamen.

„Das ist eine richtig gute Nachricht“, kommentierte am Montag Kreissozialdezernent Marcel Riethig die neue Finanzsituation der Jobvermittler für Langzeitarbeitslose. Die Jobcenter betreuen Personen, die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II bekommen. Dabei gehe es um Kunden, die eigentlich arbeitsfähig sind, aber aus unterschiedlichen Gründen schon lange vergeblich eine Arbeit suchen.

15 000 Langszeitarbeitslose in Stadt und Kreis

Marcel Riethig. Quelle: Ulrich Schubert

 

2015 hatten die Jobcenter nach Riethogs Angaben 9,5 Millionen Euro zur Verfügung, 2016 waren es 9,1 Millionen Euro und 2017 nur noch knapp 7,3 Millionen. Im vergangenen Jahr hatte der Bund den Etat auf 5,05 Millionen Euro reduziert. Dabei habe sich die Gesamtzahl der Leistungsbezieher und möglichen Nutznießer der angebotenen Fördermaßnahmen kaum verändert. Nach wie vor seien es etwa 15 000 registriert – etwa 40 Prozent davon lebten in der Kernstadt.

Mit dem jetzt zur Verfügung stehenden Geld könnten weit mehr und auch ganz neue Förderprojekte angeboten werden, ergänzte Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt. Damit könnten die Jobcenter des Landkreises in Göttingen, Duderstadt und Hann. Münden sowie das „herangezogene“ städtische Jobcenter weitere Zielgruppen stärker unterstützen. „Am Geld kann die Integration in den Arbeitsmarkt nicht mehr scheitern“, sagte Riethig.

Besondere Hilfe für Jugendliche

Von den Programmen und Fördergeldern profitieren sollen – wie bisher – vor allem Jugendliche ohne Schulabschluss und Ausbildung, Flüchtlinge und Arbeitslose aus allen Altersgruppen, die schon sehr lange einen Job suchen. Bei den Jugendlichen sei es besonders wichtig, sie betreut in eine Ausbildung zu bringen, erklärte Broistedt. Bei den Flüchtlingen stehe zunächst die Sprachförderung im Mittelpunkt – möglichst schon in Verbindung mit einem Beruf.

Petra Broistedt. Quelle: Ulrich Schubert

Mit dem Geld aus dem deutlich größeren Fördertopf könnten aber auch weitere Zielgruppen besser als bisher gefördert werden: Zum einen Frauen aus sogenannten Bedarfsgemeinschaften mit zwei arbeitslosen Erwachsenen. Bisher habe in solchen Fällen oft der Mann im Vordergrund gestanden. Um die Frauen zu unterstützen, werde ein Programm aufgelegt, dass bei Bedarf auch die Kinderbetreuung einbeziehe

Reha Plus für psychisch Erkrankte

Zum anderen könnten jetzt noch mehr Menschen mit Behinderungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt finanziell unterstützt werden. Unter anderem werde es ein Programm Reha Plus für Kunden mit psychischen Problemen geben, so Broistedt.

Hohe finanzielle Unterstützung für Arbeitgeber

Große Hoffnungen setzen die Sozialdezernenten von Stadt und Landkreis Göttingen und ihre Jobcenter auf neue Möglichkeiten über das Bundes-Teilhabe-Gesetz, die zu Jahresbeginn in Kraft getreten sind. Dabei können auch potenzielle Arbeitgeber weit mehr als bisher profitieren. Vor diesem Hintergrund appellieren die Dezernenten an alle Arbeitgeber in der Region, sich zu melden, wenn sie neue Kräfte suchen und diese Angebote nutzen wollen.

Programm 1: Im Paket „Soziale Teilhabe“ bieten die Jobcenter bei der Vermittlung eines Arbeitslosen in den ersten beiden Jahren eine 100-prozentige Erstattung der Lohnkosten, im 3. Jahr 90 Prozent, im 4. Jahr 80 und im 5. Jahr 70 Prozent. 120 Plätze können die Göttinger Jobcenter in diesem Jahr anbieten. 72 Firmen und Vereine haben sich bisher gemeldet und sind bereit, einen Arbeitslosen auf dieser Basis einzustellen. Die Stellen müssen nicht gemeinnützig und zusätzlich sein.

Gabriele Bock, Leiterin des Jobcenters des Landkreises Göttingen. Quelle: Ulrich Schubert

 

Programm 2: Im Förderpaket mit dem Titel „MitArbeit“ geht es um den Einstieg Arbeitsloser in eine Berufsausbildung. Bieten Arbeitgeber Plätze an, tragen die Jobcenter im 1. Beschäftigungsjahr 75 Prozent der Ausbildungsvergütung und im 2, Jahr 50 Prozent, erklärt Gabriele Bock, Leiterin der Jobcenter des Landkreises. Dabei würden sowohl die Auszubildenden als auch die Arbeitgeber gecoacht.

Informationen – vor allem für Arbeitgeber – erteilt Ingo Hoffmann unter Telefon 05 51/5 25 29 58 und Mail an hoffmann.i@landkreisgoettingen.de.

Von Ulrich Schubert

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