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Göttingen Annette Kehnel erhält den NDR-Sachbuchpreis – auf dem Sartorius-Campus in Göttingen
Campus Göttingen

Kehnel erhält den NDR Sachbuchpreis – auf dem Sartorius-Campus Göttingen

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21:10 07.11.2021
Frisch gekürt: Annette Kehnel, Trägerin des NDR-Sachbuchpreises 2021.
Frisch gekürt: Annette Kehnel, Trägerin des NDR-Sachbuchpreises 2021. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Annette Kehnel ist die Gewinnerin des NDR-Sachbuchpreises, der am Sonntagabend auf dem Sartorius-Campus in Grone verliehen wurde. Sie wurde für ihr Buch „Wir konnten auch anders – Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet, das nach Meinung der Jury beste Sachbuch, das in diesem Jahr in deutscher Sprache erschienen ist. Sie ist darin dem nachgegangen, was wir vom Mittelalter lernen können. Nur Kehnel war zur Verleihung gekommen. Die beiden anderen Kandidaten, Stefan Weidner („Ground Zero – 9/11 und die Geburt der Gegenwart“) und Markus Rex („Eingefroren am Nordpol“), die die die Jury auf die Shortlist gesetzt hatte, hatten ihre Beteiligung an der Verleihung kurzfristig abgesagt. Rex schickte eine Videobotschaft von der Weltklimakonferenz in Glasgow, Weidner meldete sich aus Istanbul.

Er ist wieder zurück, der NDR-Sachbuchpreis. 2009 wurde die Auszeichnung erstmals verliehen, damals noch als NDR Kultur Sachbuchpreis und im Rahmen des Göttinger Literaturherbstes. Auf dem Sartorius-Campus wurde die Tradition jetzt wieder aufgenommen – mit Sartorius als Kooperationspartner des NDR. „Alleine hätten wir das nicht gekonnt“, sagte NDR-Hörfunk-Programmdirektorin Katja Marx. Ein gewichtiger Grund für die Kooperation war unter anderem die gewichtige Wissenschaftsreihe, die die Göttinger Max-Planck-Institute innerhalb des Festivals zusammenstellen.

Entspannt und zufrieden

Johannes-Peter Herberhold, Geschäftsführer des Göttinger Literaturherbstes, zeigte sich schließlich am letzten Tag des Festivals sehr gelassen, entspannt und zufrieden über den Verlauf des Lesefestivals. Als sein Glanzlicht nannte er Edgar Selge. Der Schauspieler hatte sein erstes Buch präsentiert.

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Bianca Hauda moderierte die Veranstaltung, die auf NDR Kultur und im Stream live übertragen wurde. Sie erläuterte, dass die Veränderung von NDR-Kultur- auf NDR-Sachbuchpreis lediglich eine Verbreiterung bedeute. „Jetzt ist der ganze NDR dabei.“ Und die Bandbreite der möglichen Preisträger ist größer.

Wissenschaft verständlich kommunizieren

Den erstmals verliehenen „LifeScienceXplained-Preis“ hat der Molekularbiologe Martin Moder erhalten. Er hatte sich nach Ansicht der Jury die Auszeichnung, die von Sartorius mit 10 000 Euro ausgestattet wurde, mit seinem Youtube-Kanal „m.e.g.a. – make europa gscheit again“ verdient. Darin erklärte er unter anderem das Coronavirus anhand einer Orange und einiger Gewürznelken. Kriterium war es, Wissenschaft verständlich zu kommunizieren. Ebenfalls auf der Shortlist standen Lars Otte und Jasmin Schreiber.

Sehr viele Besucher

Als einen der großen Erfolge des Literaturherbstes nennt Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold die Rückkehr des NDR-Sachbuchpreises nach Göttingen. Doch auch die nackten Zahlen lesen sich gut. 17473 Besucher haben live die Veranstaltungen des Literaturherbstes besucht. Etwa 1400 verfolgten das Programm als Stream. Ein Vergleich zum vergangenen Festival ist kaum möglich wegen der Corona-Einschränkungen, die damals galten. Vor allem aber die Auslastung von 97,45 Prozent ist enorm. 53 Veranstaltungen standen auf dem Programm, 30 davon waren ausverkauft. Spitzenreiter waren in diesem Jahr Benno Führmann und das Moka Efti Orchestra im PS Speicher in Einbeck, die 1500 Besucher mobilisierten. Auf platz zwei landete Wolfgang Niedecken in der Sheddachhalle im Sartorius-Quartier. Über diesen neuen Veranstaltungsort ist Herberhold wie auch über die sanierte Johanniskirche besonders glücklich, auch für die Zukunft.

Die Science Busters – auch Preisträger Moder gehört zu der Gruppe – Martin Puntigam und Florian Freistetter unterhielten zwischen den Präsentationen der Kandidaten die Besucher mit Wissenschaftskabarett. Lie Ning trat mit Band auf. Dem Sänger bescheinigte Moderatorin Hauda „eine Stimme wie ein Kaschmirschal“.

Von Peter Krüger-Lenz