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Göttingen Kindergesundheit: Göttingen ist Partnerstandort für neues Zentrum DZKJ
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Kindergesundheit: Göttingen ist Partnerstandort für neues Zentrum DZKJ

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17:12 12.03.2021
Prof. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG, ist die Standortkoordinatorin.
Prof. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG, ist die Standortkoordinatorin. Quelle: UMG / Kimmel
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Göttingen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) als Standortkoordinator für das neue Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) ausgewählt. Die UMG koordiniert mit weiteren sechs Standorten in Berlin, Greifswald, Hamburg, Leipzig, München und Ulm die Konzeptentwicklung für das DZKJ, teilte die Pressestelle der UMG mit.

Die Entscheidung des Ministeriums sei „ein großer Erfolg“ für die Universitätsmedizin und weitere wissenschaftliche Partnereinrichtungen am Göttingen-Campus, heißt es in der Mitteilung. 23 Standort-Bewerbungen hätten dem Ministerium vorgelegen. Vorausgegangen sei ein mehrstufiges Wettbewerbsverfahren auf der Grundlage von Empfehlungen zweier internationaler Expertengremien.

Wissenschaftliche Exzellenz des Konzepts bewertet

„Bewertet wurden unter anderem die langfristige Vision und das geplante Leitbild des Zentrums, die wissenschaftliche Exzellenz des Konzepts, der Innovationsgehalt der gemeinsamen Forschungsaktivitäten, die Integration von Grundlagen- und klinischer Forschung sowie die Management-Strukturen“, heißt es weiter. Außer Göttingen seien als weitere Standorte für das neue DZKJ die koordinierenden Universitätskliniken Berlin, Greifswald, Hamburg, Leipzig, München und Ulm ausgewählt worden.

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Ziel der vom Forschungsministerium und den Ländern geförderten Zentren der Gesundheitsforschung sei es, besonders häufig auftretende Volkskrankheiten wirksamer bekämpfen zu können, so die Pressestelle. Zu den bereits bestehenden Zentren kämen jetzt das DZKJ und das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit (DZP) hinzu. Dabei verknüpften die Zentren der Gesundheitsforschung die Grundlagen- mit der klinischen sowie der Präventions- und Versorgungsforschung.

Prof. Jutta Gärtner ist Standortkoordinatorin

Prof. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG, ist die Standortkoordinatorin. Beteiligt seien die UMG, die Universität, die Max-Planck-Institute für Biophysikalische Chemie und für Experimentelle Medizin, das Deutsche Primatenzentrum Leibniz-Institut für Primatenforschung und das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie, teilte die Pressestelle der UMG mit. Das neue DKZJ sei eingebunden in die „international ausgewiesene Forschung in den Neurowissenschaften am Campus Göttingen.

„Die Auswahl zum Partnerstandort im DKZJ spricht für die ausgezeichnete Expertise, die sich Göttingen auf dem Gebiet der neurowissenschaftlichen Forschung im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin erworben hat“, wird Gärtner in der Mitteilung zitiert. „Mit unseren Partnereinrichtungen arbeiten wir seit Jahren mit hoher Kompetenz in der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung neuer diagnostischer Möglichkeiten und Therapien für Kinder und Jugendliche mit Erkrankungen des Gehirns und Nervensystems.“

Individuell angepasste Therapien ein zentrales Anliegen

Zentrales Anliegen des Göttinger DZKJ-Standorts ist es, Vorsorge, Diagnose und individuell angepasste Therapien für betroffene Kinder und Jugendliche zu entwickeln und gleichzeitig die besonderen Bedürfnisse der Patienten und ihrer Familien zu berücksichtigen, so die Pressestelle der UMG. Hierbei arbeiteten universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen in der Forschung eng zusammen.

Aus diesem Netzwerk ergebe sich die wesentliche Stärke des DZKJ am Standort Göttingen, so die UMG: die Verknüpfung von wissenschaftlicher Forschung und klinischer Anwendung „auf der Basis gebündelter Expertise und hohen interdisziplinären Austauschs“ zwischen hoch spezialisierten Wissenschaftlern und Ärzten.

Göttingen „national und international in der Spitzengruppe“

Dass Göttingen als ein Standort für das Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit ausgewählt worden sei, „belegt, dass hier national und international in der Spitzengruppe geforscht wird“, betont Prof. Wolfgang Brück, Sprecher des UMG-Vorstandes. Er bescheinigt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin jahrelange, „auf höchstem Niveau angelegte Forschungsqualität in den Neurowissenschaften“.

Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler (CDU), habe erklärt, dass das neue DZKJ am Standort Göttingen „die Expertisen noch besser bündeln und innovative Behandlungsansätze schneller umsetzen“ werde. Göttingen habe bereits unter Federführung der Universitätsmedizin mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und dem Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung „zwei bundesweit bedeutende Zentren medizinischer Spitzenforschung“.

Schwerpunkte: Präventions-, Diagnose- und Therapieforschung

Das neue Deutsche Zentrum für Kinder- und Jugendgesundheit (DZKJ) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, teilt die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit. Die Schwerpunkte der sieben Standorte reichten von der Krankheitsentstehung bis zur Präventions-, Diagnose- und Therapieforschung. Hinzu kämen übergeordnete Fragestellungen, wie Zusammenhänge psychischer und körperlicher Erkrankungen. Standortübergreifend würden Kinder- und Jugendliche „ganzheitlich in ihrer jeweiligen Lebensphase betrachtet“, so die UMG.

Grundsätzlich solle das DZKJ wie die anderen, bereits bestehenden Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung aufgebaut werden. Insbesondere in den Bereichen Diabetes-, Krebs- oder Lungenforschung werde eine enge Zusammenarbeit angestrebt, so die Pressestelle der UMG. Darüber hinaus solle eine gemeinsame Forschungsplattform zwischen DZKJ und dem Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit entstehen.

Konzeptphase: Gemeinsame Strategie entwickeln

Die ausgewählten Standorte für das DZKJ würden in einer sechsmonatigen Konzeptentwicklungsphase ein Gesamtkonzept für das neue Zentrum erarbeiten, so die UMG. Es gehe darum, eine gemeinsame Strategie zur zukünftigen Forschung und Zusammenarbeit sowie konkrete inhaltliche, programmatische und strukturelle Ziele für den Aufbau des Zentrums zu erarbeiten. Das Konzept solle darauf ausgerichtet sein, Diagnostik, Behandlung und Prävention in der Kinder- und Jugendgesundheit zu verbessern. Es werde anschließend durch ein internationales Expertengremium geprüft.

Von Stefan Kirchhoff