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Göttingen Aktstudien, Buchillustrationen und Landschaftsbilder
Campus Göttingen Aktstudien, Buchillustrationen und Landschaftsbilder
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16:48 30.03.2019
Der Deutsche Kunsthistorikertag steht unter dem Motto „Zu den Dingen!“. Quelle: Peter Heller
Göttingen

„Um 1750 wurde das Zeichnen in Deutschland zur leitenden künstlerischen Disziplin“, führte Prof. Michael Thimann, der Direktor des Kunstgeschichtlichen Seminars, im überfüllten Hörsaal des Auditoriums aus. Die Eröffnung fand während des viertägigen Deutschen Kunsthistorikertags statt. Um 1800, so Thimann, sei das Zeichnen „wie nie zuvor“ mit kunsttheoretischer Bedeutung versehen worden. In der „Allgemeinen Theorie der Schönen Künste“, dem Standardwerk jener Zeit, habe Johann Georg Sulzer die Zeichnung als Grundlage jeglicher Bildkunst gewürdigt. Zugleich habe er ihre „Unmittelbarkeit“ hervorgehoben, entstehe sie doch im Moment der Inspiration, werde, so der Titel der Ausstellung, „in einem glücklichen Augenblick erfunden“.

Universität besitzt 2500 Zeichnungen

„Die Göttinger Universität verfügt über 2500 Zeichnungen, überwiegend Alte Meister“, ergänzte die promovierte Kunsthistorikerin Christine Hübner. Die von ihr, Thimann und Studierenden konzipierte Ausstellung nehme den Bestand an Werken aus der Zeit zwischen 1750 und dem Beginn der Moderne um 1900 in den Blick. Diese Arbeiten seien im Zuge von zwei Projektseminaren 2017 erstmals intensiv erforscht und kunsthistorisch gewürdigt worden.

Bilder der Tischbeinfamilie

Besonders stark sei in der Sammlung Kunst des 18. Jahrhunderts vertreten, führte Hübner aus. Sie nannte Zeichnungen der Tischbeinfamilie und Arbeiten von Daniel Chodowiecki, Georg Friedrich Weitsch und Johann Georg von Dillis. Sie hätten akademische Aktstudien, Buchillustrationen und Landschaftsbilder angefertigt.

Deutsch-Römer und Klassische Moderne

Die Romantik, so Hübner, sei insbesondere mit italienischen Landschaften und Künstlerbildnissen des Göttinger Malers und Kunsthistoriker Carl Wilhelm Oesterley vertreten, die Düsseldorfer Schule vor allem durch Eduard Bendemann, die sogenannten Deutsch-Römer durch Max Klinger. Die Ausstellung ende in der Klassischen Moderne mit Arbeiten von Marcus Behmer, Franz Marc und Lovis Corinth.

Schenkungen und gezielte Ankäufe

Die Kunstsammlung sei gemeinsam mit den anderen akademischen Sammlungen der Universität mit deren Gründung Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden, erklärte der Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Manfred Luchterhandt. Von Anfang an hätten sie „dem Lernen durch genaues Hinsehen“ gedient. Wissenschaftler hätten mit ihnen Ordnungen erstellt und Entwicklungen nachgezeichnet. Durch Schenkungen meistens aus dem Umfeld der Hochschule sei die Universitätskunstsammlung gewachsen und durch gezielte Ankäufe ergänzt worden, ergänzte Hübner. Werke des 19. Jahrhunderts seien erst seit den 1960er-Jahren dazugekommen.

Gemälde, Grafiken und Fotos

Außer den Zeichnungen umfasse die Sammlung 300 Gemälde, einige 1000 Fotos sowie 15.000 bis 20.000 Druckgrafiken, führte der Dekan aus. Ihr Wert entspreche „locker“ dem des Immobilienbesitzes der Fakultät. Für die Unterhaltung gebe es jedoch nicht ausreichend Mittel. Es sei in Deutschland leichter, ein Museum zu gründen, als eines zu betreiben, meinte der Wissenschaftler bitter. Die Kunsthistoriker machten das Beste aus der Situation. Mit kleinen Budgets von bis 30.000 Euro und der Mitarbeit von Studierenden würden Ausstellungen auf die Beine gestellt. Die Kataloge fänden international Beachtung, meinte Luchterhandt.

Mit der Vorstellung des Humboldt Forums, das Ende des Jahres im Berliner Schloss eröffnet wird, war am Donnerstag der Deutsche Kunsthistorikertag in Göttingen eröffnet worden. Den Festvortrag hielt Forum-Generalintendant Prof. Hartmut Dorgerloh.

Die Ausstellung „In einem glücklichen Augenblick erfunden“ – Deutsche Zeichnungen von Tischbein bis Lovis Corinth“ im Auditorium, Weender Landstraße 2, in Göttingen ist bis zum 13. Oktober 2019 sonntags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Von Michael Caspar

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